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06.11.2011

19:35 Uhr

Josef Ackermann

„Wir müssen Griechenland im Euro behalten“

Deutsche-Bank-Chef Ackermann will den Euro-Rettungsschirm weiter aufstocken und so angeschlagene Staaten retten. Die Gefahr einer Ansteckung sei enorm gewachsen.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann. dapd

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Josef Ackermann.

Frankfurt/BerlinDeutsche-Bank-Chef Josef Ackermann warnt vor einem Ausstieg Griechenlands aus dem Euro. „Das ist eine Lösung, die man gar nicht andenken sollte. Das wäre ein ganz dramatisches Ergebnis“, sagte Ackermann am Sonntag in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. „Wir müssen Griechenland im Euro behalten.“ Am gefährlichsten sei die Gefahr einer Ansteckung auf andere Länder. Die italienische Regierung habe die Lösung aber selbst in der Hand. „Italien ist ein reiches Land“, sagte der Deutsche-Bank-Chef. Das Land müsse endlich seinen Haushalt in Ordnung bringen. In Griechenland gehe es darum, das Land als Investitionsstandort attraktiver zu machen. 

Ackermann drängte auf eine rasche Aufstockung des Euro-Rettungsschirms, um die Staatsfinanzierung von Italien und Spanien in den nächsten drei Jahren sicherzustellen. Er sprach sich allerdings strikt gegen Pläne aus, die Währungsreserven einzelner Länder für die Euro-Rettung zu verpfänden. „Das ist verständlich, das würde ich aber verheerend finden.“ Aus den Reihen der G20 hatte es einen entsprechenden Vorschlag gegeben. „Wir kennen diesen Plan und wir lehnen ihn ab“, hatte ein Bundesbank-Sprecher dazu gesagt. 

Ackermann bekräftigte die Absicht der Deutschen Bank, ihre Eigenkapitalquote wie von Politikern und Regulierern gefordert aufzustocken: „Ja, absolut, und zwar sehr schnell.“ Die Bank muss bis Mitte 2012 auf eine Eigenkapitalquote von neun Prozent im Verhältnis zu ihren Bilanzrisiken kommen. Neun Prozent sind Bankenkreisen zufolge auch der Prozentsatz, den das Institut von 2016 an vorhalten muss, weil es zu groß ist, als dass es ins Wanken kommen dürfte, ohne das weltweite Finanzsystem zu gefährden. Wichtiger seien Hilfen bei der Refinanzierung, die für viele Banken in Europa schwieriger geworden sei, betonte der Deutsche-Bank-Chef. 

Ackermann wandte sich erneut gegen eine Flut von Regulierungsmaßnahmen, - etwa Bankenabgaben und Transaktionssteuern -, die auf die Banken zukomme. „Irgendwann muss man sagen: Genug ist genug“, sagte er. Die Banken könnten nicht mehr leisten, wenn sie zugleich das Wachstum finanzieren sollten.

Von

dpa

Kommentare (17)

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Ouso_Sirtaki

06.11.2011, 20:24 Uhr

Das ja sooo großzügig von Ihnen, Herr Ackermann, daß Sie den Europäischen Rettungsschirm im Rahmen einer Spende MIT IHREM EIGENEN PRIVATVERMÖGEN aufbessern wollen!

Die dafür benötigten Überweisungsdaten entnehmen Sie bitte den Kontoauszügen Ihres für Griechenlandhilfen reservierten Nummernkontos in der Schweiz. Zur Not kann man die aber sicher auch anonym bei der Auslandshandelskammer Ihres Vertrauens erfragen.

Und bitte: Das nächste Mal nicht lange lange öffentlich krähen, sondern einfach nur einzahlen.

Wie alle anderen Europäer auch!

Realist

06.11.2011, 20:26 Uhr

Warum müssen wir Griechenland im Euro behalten und warum soll dies ein ganz dramatisches Ereignis sein?
Griechenland ist Pleite und mit dem Euro auch nicht wettbewerbsfähig. Die logische Folge wäre eigentlich, dass Griechenland den Euro verlässt, um mit einer eigenen Währung wieder wettbewerbsfähig zu werden. Wie soll es denn ohne einen Ausstieg funktionieren. Mit immer mehr sparen wird das Land lediglich kaputtgespart. Die Wirtschaft bricht ein und die Lage verschlimmert sich immer mehr.
Eine weitere Aufstockung des Rettungsschirms ist m. E Wahnsinn. Diese Schuldenkrise kann nicht mit immer mehr Schulden gelöst werden. Wer soll denn diese riesigen Schuldenberge je zurückzahlen. Es geht nur noch mit einem Schuldenschnitt für diverse Länder.

EinBuerger

06.11.2011, 20:26 Uhr

Dem Ackermann gehts doch weder um den Euro noch um Europa, sondern nur um das Wohl der Banker und der Banken.

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