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01.03.2013

06:32 Uhr

JP Morgan-Chef Dimon

„Deshalb bin ich reicher als Sie“

VonNils Rüdel

Ein Wortgefecht auf dem Investorentag bei JP Morgan amüsiert die Wall Street: Als ein Analyst den Chef der größten US-Bank herausfordert, reagiert dieser ungehalten. Dabei ging es um ein ernstes Thema.

JP Morgan-Chef Jamie Dimon. dapd

JP Morgan-Chef Jamie Dimon.

New YorkIn der Finanzkrise war die geringe Kapitalausstattung von Banken ein Grund, weshalb Staaten vielen Geldhäusern zur Seite springen mussten. Deshalb achten Finanzmarktbeobachter mittlerweile ganz genau darauf, wie es um diesen Posten in der Bilanz der Geldhäuser steht.

Wie bedeutend das Eigenkapital ist, zeigt das Beispiel der Deutschen Bank. Als das Institut für die letzten Monate des Jahres 2012 einen heftigen Verlust präsentierte, kletterte die Aktie in die Höhe. Grund: Das harte Eigenkapital hatte die Bank um einige Zehntelprozentpunkte steigern können.

Gehälter der Wall-Street-Größen

John Stumpf

Streng genommen ist John Stumpf kein Wall-Street-Banker. Doch mit einer Jahresvergütung von 19,3 Millionen Dollar hat Wells Fargo mit Hauptsitz an der Westküste der USA ihren Chef an die Spitze der Finanzindustrie katapultiert. Während Branchengrößen wie JP-Morgan-Chef Jamie Dimon Einbußen hinnehmen mussten, stieg das Einkommen von Stumpf 2012 um acht Prozent. Nach Rekordgewinnen im vergangenen Jahr stockte Wells Fargo Stumpfs Grundgehalt von 2,8 Millionen Dollar mit einem Bonus von vier Millionen Dollar und Aktien im Wert von 12,5 Millionen Dollar auf.

Brian Moynihan

Der Chef der Bank of America hat im Jahr 2012 stolze 12,1 Millionen Dollar verdient. Damit rückt er in die Liga der bestbezahlten Manager der US-Bankenwelt ein. Die Vergütung von Brian Moynihan stieg gegenüber dem Vorjahr um 73 Prozent. Doch die Spitzenverdiener, Loyd Blankfein von Goldman Sachs und John Stumpf von Wells Fargo, überholt er nicht überholen.

James Gorman

Morgan-Stanley-Chef James Gorman verdiente 2012 mit 9,75 Millionen Dollar sieben Prozent weniger als im Vorjahr.

Jamie Dimon

Jamie Dimon, Chef von JP Morgan, nimmt eine Halbierung seines Bonus für 2012 hin. Er kassiert 11,5 Millionen Dollar. Das Institut wurde von einem Händlerskandal erschüttert. Ein Mitarbeiter mit dem Spitznamen „Londoner Wal“ hatte mehr als sechs Milliarden Dollar verzockt.

Michael Corbat

Der neue Citigroup-Vorstandschef Michael Corbat streicht für 2012 ein sattes Gehalt von 11,5 Millionen US-Dollar ein. Corbat übernahm den Spitzenposten erst im Oktober vergangenen Jahres und stellte die Weichen für den Abbau von 11.000 Stellen.

Fragen zur Kapitalausstattung gehören daher zum Standard-Repertoire von Bank-Analysten. Und Mike Mayo ist so etwas wie ein Star dieses Typus' des Experten. Er fühlt im Auftrag einer Finanzfirma den Konkurrenten auf den Zahn. Seine Prognosen gelten als ziemlich treffsicher, und kaum einer tritt in den exklusiven Telefonkonferenzen mit Top-Bankern derart kritisch auf wie der Experte der Brokerfirma CLSA. Bei der Citigroup soll Mayo einst sogar von den Runden ausgeschlossen worden sein, weil er immer wieder gefährliche Gechäftspraktiken angeprangert hatte.

Stellenabbau im Investment-Banking

Royal Bank of Canada

Die Royal Bank of Canada ist eines der wenigen Geldhäuser, welches das Investment-Banking ausbaut. Die Zahl der Mitarbeiter steigt von Ende 2011 bis Jahresende 2012 um 0,7 Prozent.

Goldman Sachs

Die US-Großbank Goldman Sachs reduzierte 2012 die Zahl der Mitarbeiter im Investment-Banking um 2,7 Prozent.

JP Morgan

Die Wall-Street-Bank reduziert ihr Investment-Banking um 3,1 Prozent.

Credit Suisse

Die Schweizer Credit Suisse kappt die Zahl der Mitarbeiter im Investment-Banking um 4,3 Prozent.

Morgan Stanley

Die US-Bank Morgan Stanley streicht die Mitarbeiterzahl um 8,5 Prozent zusammen.

Deutsche Bank

Der deutsche Primus streicht das Investment-Banking radikal zusammen: Die Deutsche Bank kappt die Zahl der Mitarbeiter in diesem Bereich um 13,3 Prozent.

Quelle: Bloomberg, Ende 2012 im Vergleich zu Ende 2011

Jetzt hat sich Mayo mit dem mächtigsten Banker Amerikas angelegt: Jamie Dimon. Der Chef des nach Vermögenswerten größten US-Instituts JP Morgan Chase gilt selbst als jemand, der nicht gerne ein Blatt vor den Mund nimmt.

Über das Wortgefecht der beiden beim Investorentag am Dienstag in New York spricht seither die ganze Wall Street. Es begann mit einer Diskussion um Kapitalquoten – und endete in einem Zitat, das Dimon noch nachhängen dürfte.

Kommentare (26)

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Michael

01.03.2013, 09:04 Uhr

"weshalb Staaten vielen Geldhäusern zur Seite springen mussten."
Mussten sie nicht.
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Und wieder könnte hier wenigstens eingebracht werden, dass in den Kollapszeiten um 2009 Gehälter/Boni/Sonderzahlungen zwischen 100 und 400 Millionen Dollar !Pro Person! geflossen sind, !Monats!gehälter von 1Mio Dollar gezahlt wurden. Es muss erwähnt werden, finde ich, auch wenn sich dadurch nichts ändert.
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Zu guter Letzt: Bin ich der Einzige, dem der Sinn des Wortaustausches dieser beiden Bankmenschen entgeht? Die "Antwort" des Herrn Dimon ergibt für mich keinen Sinn.

Account gelöscht!

01.03.2013, 09:21 Uhr

Verstehe ich auch nicht, enteder falsch übersetzt oder diese Finanztypen sind vollkommen gaga und lachen nur über sich selber.

PhilippClemens

01.03.2013, 09:41 Uhr

Schlagzeile verspricht Interview, welches aber nicht richtig wiedergegeben wird. Rechtschreibefehler gibt es dafür. Ein unbefriedigender Artikel. Ausgewogener Journalismus sollte korrekt zitieren und idealerweise mehrere Sichtweisen, bzw. pro und contra auflisten.

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