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14.01.2016

14:47 Uhr

JP Morgan, Goldman und Co.

Handelsgeschäft lähmt Investmentbanken

JP Morgan muss trotz Rekordergebnis eine Schlappe im Anleihehandel hinnehmen – nicht die einzige Bank, der es so geht. Die Sparte wird zum ungeliebten Branchenkind. Und das kann Auswirkungen auf die Märkte haben.

Die Großbank verbuchte für das Jahr 2015 ein Rekordergebnis. Dennoch muss sie – wie viele Großbanken – weiterhin sparen. dpa

JPMorgan

Die Großbank verbuchte für das Jahr 2015 ein Rekordergebnis. Dennoch muss sie – wie viele Großbanken – weiterhin sparen.

DüsseldorfIn den USA hat die Banken-Berichtssaison volle Fahrt aufgenommen. Am heutigen Donnerstag hat der US-Investmentriese JP Morgan seine Zahlen vorgelegt. Das Vorsteuerergebnis der Bank im letzten Quartal 2015 betrug 5,4 Milliarden US-Dollar (fünf Milliarden Euro) gegenüber 4,9 Milliarden Dollar im Vorjahr. Damit verdiente die Bank zehn Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Im Gesamtjahr 2015 steht mit 24,4 Milliarden Dollar sogar ein Rekordergebnis zu Buche. Und so gibt sich Vorstandschef Jamie Dimon zufrieden – trotz der wackeligen Märkte der vergangenen Monate. „Das hat in unserem Handelsgeschäft und der Vermögensverwaltung Spuren hinterlassen”, so Dimon.

Die großen Rechtsrisiken der Investmentbanken (laut Moody's)

Barclays

Kapitalerhöhung 2008: Es geht um Ungereimtheiten bei der Kapitalerhöhung durch Investoren aus dem Nahen Osten, genauer um die Frage, ob gezahlte Gebühren korrekt veröffentlicht wurden. Altaktionäre blieben bei der Transaktion außen vor. Es ermitteln die britische Finanzaufsicht FCA, US-Justizministerium, SEC, und die britische Behörde für schwere Wirtschaftskriminalität SFO.

Handelssysteme: Hochfrequenzhändler sollen Einblicke in eigentlich anonyme Handelspositionen von anderen Kunden erhalten haben. Es ermitteln die US-Börsenaufsicht SEC und die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft.

HSBC

Geldwäsche: Geldwäsche-Vorwürfe und damit verbundene Sanktionsverstöße hält Moody`s für ein hohes Risiko für das britische Institut.

RBS

Verkauf toxischer US-Hypotheken: Die Royal Bank of Scotland hat dafür bereits 2,5 Milliarden Dollar zurückgelegt, Moody's hält aber eine endgültige Strafzahlung für wahrscheinlich, die „ein Vielfaches“ davon beträgt.

Deutsche Bank

Devisen: Es geht um Kursmanipulationen

Russlandgeschäft: Kunden sollen über die Russland-Tochter der Bank Schwarzgeld gewachsen haben.

Credit Suisse

US-Hypotheken und Asset Backed Securities: Die RMBS Working Group, eine Einheit des US-Justizministeriums, untersucht den Verkauf und die Bündelung von US-Schrotthypothekenkrediten, die zur Finanzkrise führten. Das führte zum Teil schon zu empfindlichen Strafen in der Branche.

UBS

US-Hypotheken und Asset Backed Securities: Die RMBS Working Group, eine Einheit des US-Justizministeriums, untersucht den Verkauf und die Bündelung von US-Schrotthypothekenkrediten, die zur Finanzkrise führten. Das führte zum Teil schon zu empfindlichen Strafen in der Branche.

Goldman Sachs

US-Hypotheken und Asset Backed Securities: Die RMBS Working Group, eine Einheit des US-Justizministeriums, untersucht den Verkauf und die Bündelung von US-Schrotthypothekenkrediten, die zur Finanzkrise führten. Das führte zum Teil schon zu empfindlichen Strafen in der Branche.

Auf einzelne Aktien umgerechnet hat JP Morgen 1,32 US-Dollar pro Anteilsschein verdient. Das Ergebnis ist allerdings um außergewöhnliche Aufwendungen, zum Beispiel für Rechtsstreitigkeiten, und um buchhalterische Anpassungen bereinigt. Hätte es die nicht gegeben, hätte die Bank sogar 1,4 US-Dollar pro Aktie verdient. Dabei sind die Kosten für Rechtsstreitigkeiten von JP Morgan sogar gesunken. Die Bank musste im Quartal nur 99 Millionen US-Dollar zahlen. Zum Vergleich: Im vierten Quartal des Vorjahres musste die Bank noch zehnmal so viel berappen.

Dennoch dürften die kommenden Monate auch für JP Morgan kein Spaziergang werden. Wie auch andere Wall Street-Banken muss sie sparen, vor allem im Anleihehandel. In dem Segment bröckeln die Gewinne. Im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren sanken die Einnahmen um drei Prozent auf 2,57 Milliarden US-Dollar. Im Aktienhandel schrumpften die Einnahmen zugleich noch stärker, um sieben Prozent auf 1,06 Milliarden US-Dollar. Noch härter traf es nur das Investmentbanking. Die Sparte lieferte mit 1,47 Milliarden elf Prozent weniger Erträge als im Vorjahresquartal. Und so ist Sparen angesagt: Insgesamt senkte die Bank ihre Kosten im vergangenen Quartal um sieben Prozent.

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JP Morgan ist nicht die einzige Bank, die derzeit sparen muss. Der Rivale Goldman Sachs zum Beispiel wird seine Mannschaft im Anleihehandel wohl verkleinern. Mehr als 250 Leute will Goldman Sachs in diesem Segement entlassen, berichtete das Wall Street Journal. Insgesamt rechnet die Bank in der Sparte mit Ertragseinbußen von bis zu zehn Prozent für das laufende Quartal. Weitere Kürzungen seien in den Bereichen Devisen und Rohstoffhandel geplant.

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