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03.05.2017

15:24 Uhr

JP Morgan und Standard Chartered

Hunderte Banker sollen London verlassen

JP Morgan bereitet sich auf den Brexit vor. Hunderte Mitarbeiter könnten bald von London nach Dublin, Luxemburg oder Frankfurt versetzt werden. Auch Standard Chartered will den Anschluss an Europa nicht verlieren.

Die US-Großbank will den Zugang zum EU-Finanzmarkt nicht verlieren. Dafür sollen sich die Mitarbeiter von London Richtung Frankfurt, Dublin und Luxemburg bewegen. dpa

JP Morgan

Die US-Großbank will den Zugang zum EU-Finanzmarkt nicht verlieren. Dafür sollen sich die Mitarbeiter von London Richtung Frankfurt, Dublin und Luxemburg bewegen.

DüsseldorfDie US-Großbank JP Morgan Chase plant, Hunderte ihrer Mitarbeiter aus London abzuziehen. Diese sollen künftig in den erweiterten Büros der Bank in Dublin, Frankfurt und Luxemburg arbeiten, meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Investmentbank bereitet sich darauf vor, dass Großbritannien infolge des Brexit den Zugang zum EU-Finanzmarkt verlieren könnte.

Man werde die bereits vorhandenen drei Niederlassungen der Bank in Europa nutzen, sagte JP Morgan-Spitzenmanager Daniel Pinto. „Wir werden Hunderte Mitarbeiter kurzfristig versetzen müssen, um für den Tag bereit zu sein, an den die Brexit-Verhandlungen zu Ende gehen“, sagte er. Erst, wenn das geschafft sei, werde man sich auf die langfristigen Ziele konzentrieren.

Die Bank spielt seit Längerem mit dem Gedanken, ihre Mitarbeiter an andere Standorte als London, zu versetzen. Noch vor dem Referendum im Juni vergangenen Jahres teilte JP Morgan-Chef Jamie Dimon den britischen Mitarbeitern mit, dass im Falle eines Brexit gut 4000 von ihnen an andere Standorte versetzt werden könnten.

JP Morgan ist nicht die einzige Bank, welche derzeit ihre Standortstrategie ändert. So könnte auch die Deutsche Bank bis zu 4000 Mitarbeiter aus London abziehen. Auch Goldman Sachs und Barclays gaben ähnliche Pläne bekannt.

Auch die britische Bank Standard Chartered gab am Mittwoch bekannt, Frankfurt zu seiner europäischen Basis ausbauen und sich damit den Zugang zur Europäischen Union nach dem Brexit sichern zu wollen. „Wir wollen eine Tochtergesellschaft in der EU aufbauen, um sicherzustellen, dass wir vorbereitet sind“, sagte Chairman Jose Vinals am Mittwoch bei der Jahreshauptversammlung in London. „Die Wahl Frankfurts ist natürlich, da wir dort eine Niederlassung haben und da auch das Euro-Clearing machen.“ Deshalb sei man bereits mit den Aufsichtsbehörden im Gespräch.

Nach einem EU-Austritt brauchen in Großbritannien ansässige Finanzinstitute eine eigene Gesellschaft mit Lizenz in einem EU-Land, um ihre Produkte und Dienstleistungen in den verbleibenden 27 Mitgliedstaaten vertreiben zu dürfen. Frankfurt gehört neben Paris, Mailand, Amsterdam, Dublin und Luxemburg zu den Zentren, die sich Hoffnung auf den Zuzug von Geldhäusern, Vermögensverwaltern und Investmenthäusern machen. Experten zufolge haben die Hessen gute Chancen, Institute zu gewinnen – schließlich sitzt in Frankfurt mit der EZB die oberste Bankenaufsicht der Euro-Zone.

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