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14.07.2016

16:29 Uhr

JP Morgan

US-Großbank fährt erneut Milliardengewinn ein

Als erstes der amerikanischen Geldhäuser hat JP Morgan am Donnerstag sein Ergebnis für das zweite Jahresquartal vorgelegt. Anleger dürfen sich freuen: Es fällt besser aus, als Analysten erwartet hatten.

Der Handel mit Anleihen zog kräftig an. Auch das Privatkundengeschäft floriert. Reuters

Zentrale von JP Morgan in New York

Der Handel mit Anleihen zog kräftig an. Auch das Privatkundengeschäft floriert.

New YorkDer geplante Abschied der Briten aus der EU macht die größte US-Bank JP Morgan bislang nicht nervös. Weder gab es im abgelaufenen zweiten Quartal größere Einschläge im Handelsgeschäft noch treiben die Führungskräfte nach offiziellem Bekunden bereits konkrete Abzugspläne aus London voran. Dieses Thema stecke noch „in den Kinderschuhen“, sagte Finanzchefin Marianne Lake am Donnerstag in einer Telefonkonferenz, in der sie überraschend starke Geschäftszahlen präsentierte.

Der Nettogewinn schrumpfte in den Frühjahrsmonaten zwar leicht um ein Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar. Damit übertraf JP Morgan aber trotzdem sehr deutlich die Markterwartungen. Die Gründe: ein florierendes Kreditgeschäft im Heimatmarkt und ein strenger Sparkurs.

An der Börse wurde das honoriert. Die JP-Morgan-Aktie zog im frühen Handel an der Wall Street um 2,3 Prozent an und verlieh auch anderen Finanztiteln Schwung. "JP Morgan schlägt sich in einem schwierigen Marktumfeld nach wie vor sehr gut", sagte Analyst Glenn Schorr vom Brokerhaus Evercore ISI. Neben dem Kreditbereich sei das Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren eine positive Überraschung. Hier zogen die Einnahmen um 35 Prozent an, konzernweit lag das Plus bei drei Prozent.

Die größten Investmentbanken der Welt

Zur Analyse

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gingen im ersten Halbjahr 2016 laut Thomson Reuters die Umsätze von Investmentbanken mit Börsengängen, M&A-Beratung sowie neu begebenen Anleihen und Krediten um mehr als 23 Prozent zurück.

Platz 10

RBC Capital Markets

Einnahmen: 757 Millionen Dollar

Rückgang: 32,6 Prozent

Platz 9

Wells Fargo

Einnahmen: 891 Millionen US-Dollar

Rückgang: 28,9 Prozent

Platz 8

Deutsche Bank

Einnahmen: 1,269 Milliarden Dollar

Rückgang: 34,4 Prozent

Platz 7

Credit Suisse

Einnahmen: 1,309 Milliarden Dollar

Rückgang: 25,0 Prozent

Platz 6

Barclays

Einnahmen: 1,420 Milliarden Dollar

Rückgang: 22,0 Prozent

Platz 5

Citibank

Einnahmen: 1,420 Milliarden Dollar

Rückgang: 20,3 Prozent

Platz 4

Morgan Stanley

Einnahmen: 2,058 Milliarden Dollar

Rückgang: 26,8 Prozent

Platz 3

Bank of America Merrill Lynch

Einnahmen: 2,127 Milliarden Dollar

Rückgang: 23,8 Prozent

Platz 2

Goldman Sachs

Einnahmen: 2,396 Milliarden Dollar

Rückgang: 30,3 Prozent

Platz 1

JP Morgan

Einnahmen: 2,598 Milliarden Dollar

Rückgang: 22,6 Prozent

JP Morgan ist die erste Bank von Weltrang, die nach dem Referendum in Großbritannien Zahlen vorlegt. Mit knapper Mehrheit hatte sich die Bevölkerung im Königreich Ende Juni überraschend für einen Austritt aus der Europäischen Union entschieden. Der sogenannte Brexit muss nun aber unter der neuen Premierministerin Theresa May konkret ausgehandelt werden. Auch die Notenbank in London hält zunächst die Füße still.

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