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13.07.2012

11:15 Uhr

JP Morgan

Wall-Street-Star fürchtet Gewinneinbruch

VonRolf Benders

Der Londoner Spekulationsskandal könnte für JP Morgan teuer werden. Experten rechnen mit Kosten von bis zu neun Milliarden Euro. Das dürfte sich auch auf die Quartalszahlen auswirken, die die Bank heute vorstellt.

Die Investmentbank JP Morgan erwartet einen Gewinneinbruch. Reuters

Die Investmentbank JP Morgan erwartet einen Gewinneinbruch.

New York„Beschämend“ nennt Jamie Dimon die Verluste seiner Londoner Filiale. Milliarden hat die Zentrale Anlageabteilung von JP Morgan in den Sand gesetzt. Das kostet Bankchef Dimon nicht nur den Ruf als Superstar der Wall Street. Amerikas größte Bank verliert damit auch das Rennen um die Gunst der Anleger an den in der Branche oft als „Langweiler“ verspotteten Konkurrenten Wells Fargo.

Die Nummer vier der Bankenhackordnung von der Westküste kommt nämlich weitgehend ohne das glamouröse, aber risikoreiche Investment-Banking aus, das die New Yorker Bank pflegt. Wenn beide Institute heute ihre Quartalszahlen vorlegen, wird der Gewinn von JP Morgan wohl um 35,8 Prozent niedriger ausfallen als vor einem Jahr. Für Wells Fargo rechnen Analysten dagegen mit einem neuerlichen Rekordgewinn.

Das sind die größten Banken der Welt

Platz 10

Die Commonwealth Bank of Australia eröffnet die Top Ten der größten Banken der Welt nach Marktkapitalisierung. Das Institut mit Sitz in Sydney verfügt über einen Börsenwert von 81 Milliarden Euro.

Stand: 08. Januar 2013, Quelle: Thomson Reuters

Platz 9

Die Citigroup ist die neuntgrößte Bank der Welt. Die US-Großbank hat einen Börsenwert von 96 Milliarden Euro.

Platz 8

Mit knappen Vorsprung belegt die Bank of America Rang acht im Ranking. Das US-Institut verfügt über eine Marktkapitalisierung von 101 Milliarden Euro.

Platz 7

Die Agricultural Bank of China kommt auf Platz sieben. 114 Milliarden Euro beträgt die Marktkapitalisierung.

Platz 6

Auch der sechste Rang geht an ein Institut aus dem Reich der Mitte – die Bank of China. 125 Milliarden Euro ist das Geldhaus an den Börsen wert.

Platz 5

JP Morgan Chase eröffnet die Top Fünf. 132 Milliarden Euro beträgt die Marktkapitalisierung.

Platz 4

Die US-Großbank Wells Fargo scheitert knapp am Treppchen des Rankings. Der Börsenwert beträgt 140 Milliarden Euro. Nur drei Banken sind mehr wert.

Platz 3

Die HSBC kann sich über den Bronzerang freuen. Der Börsenwert des Instituts beträgt 151 Milliarden Euro.

Platz 2

Die China Construction Bank kommt auf Platz zwei mit einer Marktkapitalisierung von 195 Milliarden Euro. An den Spitzenreiter kommt das Institut damit aber noch lange nicht heran.

Platz 1

Die Industrial and Commercial Bank of China hat einen gigantischen Börsenwert von 227 Milliarden Euro. Die Bank ist die größte der Volksrepublik, auch wenn man die Bilanzsumme heranzieht.

Anfang Mai schockte Dimon seine Anleger. Er musste einräumen, dass die Bank mindestens zwei Milliarden Dollar durch schlecht kontrollierte Geschäfte des Londoner Händlers Bruno Iksil verlieren würde. Das Peinliche daran: Diese Positionen waren eigentlich dazu gedacht, die Bank gegen die Risiken aus der Euro-Schuldenkrise abzusichern.

„Wir wissen, dass wir nachlässig waren. Wir wissen, dass wir dumm waren“, entschuldigte sich Dimon. Damals hoffte er, durch den Verkauf von gewinnträchtigen Positionen die Verluste unter dem Strich auf 800 Millionen Dollar begrenzen zu können. Seither schießen die Spekulationen ins Kraut, wie groß die Verluste wirklich sein werden und was die Bank dagegen unternimmt. So berichtete die „New York Times“, die Verluste könnten sogar auf neun Milliarden Dollar steigen.

Doch Analysten sind eher skeptisch, dass das stimmt. „Ich denke, die allgemeine Erwartung liegt bei Verlusten zwischen vier und sechs Milliarden Dollar“, urteilt Barclays-Analyst Jason Goldberg. Er selbst rechnet mit einem Minus aus Iksils Geschäften von drei Milliarden Dollar vor Steuern und Gewinnen aus anderen Positionen von 1,5 Milliarden Dollar. Unter dem Strich käme demnach also eine Belastung für das Quartalsergebnis von 1,5 Milliarden Dollar heraus.

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