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25.04.2012

18:53 Uhr

KA Finanz

Österreich pumpt über eine Milliarde in Bad Bank

Österreichs staatliche Bad Bank KA Finanz machte 2011 Verluste von über einer Milliarde Euro. Frisches Geld und eine Bürgschaft des Staates sollen die Kernkapitalquote des Instituts auf über sieben Prozent anheben.

Die KA Finanz ist die Bad Bank des notverstaatlichten Gemeindefinanzierers Kommunalkredit. Reuters

Die KA Finanz ist die Bad Bank des notverstaatlichten Gemeindefinanzierers Kommunalkredit.

WienDie staatliche österreichische Bad Bank KA Finanz benötigt weitere Staatshilfen. Um die im vergangenen Jahr angefallenen Verluste zu decken, muss Österreich 1,23 Milliarden Euro in das Institut stecken, wie die Bank am Mittwoch im Anschluss an seine Hauptversammlung mitteilte.

Die KA Finanz ist die Abbaubank des notverstaatlichten Gemeindefinanzierers Kommunalkredit. In ihr hat die Bank sämtliche „Ramschpapiere“ gebündelt, die die KA Finanz nun möglichst schonend abbauen soll.

Die Kapitalspritze des Bundes besteht großteils aus frischem Geld: Im Zuge einer Kapitalerhöhung pumpt Österreich 389 Millionen Euro in das Institut. Weitere knapp 610 Millionen Euro hat der Staat der KA Finanz bereits zugesichert, um Verluste abzudecken. Zudem stellt die Republik 235 Millionen Euro in Form einer Bürgschaft bereit. Nach all diesen Maßnahmen soll die KA Finanz eine Kernkapitalquote von 7,3 Prozent haben.

Für das vergangenen Jahr wies die Bad Bank einen Fehlbetrag von 534 Millionen Euro aus. Allerdings verbuchte sie einen Teil der staatlichen Hilfen als Gewinn - ohne diese betrug der Verlust 1,37 Milliarden Euro. Allein die Umschuldung Griechenlands brockte dem Institut Abschreibungen über gut eine Milliarde Euro ein.

Auf der Hauptversammlung haben die Aktionäre daher zunächst einen Kapitalschnitt beschlossen. Er umfasst sowohl Grundkapital als auch Partizipationsscheine, die die französisch-belgische Bank Dexia und die angeschlagenen österreichische ÖVAG haben. Der Wert dieser Partizipationsscheine wird dadurch auf Null gesetzt. Mit dem Kapitalschnitt und der anschließenden Kapitalerhöhung durch Österreich ist der Staat nun alleiniger Eigentümer und Investor bei der KA Finanz.

Dexia hatte diese Pläne Kreisen zufolge nicht hinnehmen wollen und war mit einer einstweiligen Verfügung gegen den Schritt vorgegangen, der die Bank 150 Millionen Euro kostet - allerdings ohne Erfolg: Die Hauptversammlung habe den Kapitalschnitt beschlossen, teilte KA Finanz mit. Gültig wird er allerdings erst mit der Eintragung ins Firmenbuch. Die Eigentümer von Partizipationsscheinen durften an der Hauptversammlung zwar teilnehmen, hatten aber kein Stimmrecht.

Die KA Finanz hat nach der Verstaatlichung 2008 mit dem Abbau ihrer Ramschpapiere begonnen und das Portfolio seither um 11,2 Milliarden auf 17,7 Milliarden Euro reduziert. Der Großteil der bestehenden Papiere sind Wertpapiere, Darlehen und Kreditausfallversicherungen (CDS) in Europa. Wie sich die Bank im laufenden Jahr entwickle, hänge daher auch maßgeblich von der Stabilisierung der europäischen Finanzmärkte ab, hieß es in der Mitteilung.

Von

rtr

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