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20.09.2012

09:31 Uhr

Käufer gefunden

Deutsche Bank verkauft BHF

Nach langer Suche hat die Deutsche Bank einen Käufer für die Tochter BHF gefunden. Der Finanzinvestor RHJ greift zu. Die Gesellschaft mit Sitz in Belgien will die BHF mit einer Investmentbank verschmelzen.

Erster Erfolg des neuen Führungsduos Fitschen und Jain: Die Deutsche Bank schlägt die BHF los. dapd

Erster Erfolg des neuen Führungsduos Fitschen und Jain: Die Deutsche Bank schlägt die BHF los.

Frankfrut/DüsseldorfDie Deutsche Bank hat einen Käufer für ihre Tochter BHF-Bank gefunden. Die in Belgien ansässige Finanzdienstleistungsgruppe RHJ International (RHJ) wolle 384 Millionen Euro für das Traditionsinstitut zahlen, teilte die Deutsche Bank in Frankfurt mit. RHJ kündigte an, die BHF-Bank mit seiner Investmentbank Kleinwort Benson zusammenzuführen.
Die Deutsche Bank hatte die BHF-Bank 2009 zusammen mit der Privatbank Sal. Oppenheim erworben und anschließend sofort zum Verkauf gestellt. Doch bisherige Anläufe scheiterten. Anfang 2011 war der Dax-Konzern mit der Liechtensteiner Fürstenbank LGT bereits handelseinig - die Bafin ließ dieses Geschäft jedoch im letzten Moment platzen.

Mit RHJ hatte die Deutsche Bank bereits im Juli 2011 exklusive Verhandlungen ausgenommen. Doch die Bafin beäugte den Investor, hinter dem der ehemalige Dresdner-Bank-Vorstand Lenny Fischer steht, skeptisch. Die Deutsche Bank betonte, dass die Aufsichtsbehörden dem Geschäft noch zustimmen müssen.

Die Aufseher hatten Zweifel angemeldet, dass die Finanzgruppe genügend Eigenkapital für den Kauf mitbringt. Da sich die Deutsche Bank nun aus der Deckung wagt, ist davon auszugehen, dass die Behörde informell ihre Einwilligung gegeben hat.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Platz 12

2011 ist das letzte Jahr, für das die WestLB ihre Jahresbilanz bekannt gab. Die Bank, die zum Großteil dem Land Nordrhein-Westfalen, der NRW.Bank und den Sparkassenverbänden des Rheinlands und Westfalen-Lippe gehörte, ist mittlerweile zerschlagen. Die Zertifikategeschäfte übernahm die Helaba.

Bilanzsumme (2011): 167,90 Milliarden Euro

Platz 11

Die Postbank gehört mittlerweile zur Deutschen Bank und betreut mit rund 19.000 Angestellten fast 14 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 192,00 Milliarden Euro

Platz 10

Die Eurohypo AG ist eine Tochter der Commerzbank  - und ein Milliardengrab. Zehn Jahre nach der Gründung wird die Hypothekenbank nun zerschlagen. Die Eurohypo AG ist nach der WestLB die zweite deutsche Bank, die die Krise nicht überlebt hat. Jedoch ist ihre Bilanzsumme noch um einiges größer als die der Landesbank.

Bilanzsumme (2011): 203,00 Milliarden Euro

Platz 9

Auch die NordLB schaffte es nur mit Staatsmitteln, die Bankenkrise zu überstehen. Die EU-Bankenaufsicht verordnete der Bank der Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ihr Eigenkapitalpolster gehörig aufzustocken.

Bilanzsumme (2011): 227,60 Milliarden Euro

Platz 8

Die BayernLB machte in den vergangenen Wochen mit einem Streit mit der EU-Kommission Schlagzeilen. Die in der Krise taumelnde Bank muss dem Land Bayern fünf Milliarden Euro an Krisenhilfen zurückzahlen.

Bilanzsumme (2011): 309,10 Milliarden Euro

Platz 7

Auch die Hypo Real Estate überlebte die Krise nur knapp: Die Immobilienbank wurde verstaatlicht und lagerte ihre Altlasten in eine Bad Bank aus. Bis 2015 muss die Hypo Real Estate jedoch wieder privatisiert werden, entschied die EU.

Bilanzsumme (2011): 236,60 Milliarden Euro

Platz 6

Die LBBW ist mit einer Bilanzsumme von über 370 Milliarden Euro die größte deutsche Landesbank. Das Geldinstitut gehört fast vollständig dem Land Baden-Württemberg, dem Sparkassenverband des Landes und der Stadt Stuttgart.

Bilanzsumme (2011): 373,10 Milliarden Euro

Platz 5

Die deutsche Unicredit Bank AG, besser bekannt unter ihrem Markennamen Hypovereinsbank, ist ein Tochterunternehmen der größten italienischen Bank, Unicredit. Die italienische Großbank hat gerade eine Umstrukturierung angekündigt: Die Tochtergesellschaften und damit auch die Hypovereinsbank sollen mehr Autonomie bekommen.

Bilanzsumme (2011): 395,70 Milliarden Euro

Platz 4

Zur DZ Bank AG gehören neben der Volksbanken Raiffeisenbanken auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder die R+V Versicherung. Die DZ Bank AG ist das Zentralinstitut für insgesamt 900 Genossenschaftsbanken mit rund 30 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 405,90 Milliarden Euro

Platz 3

Die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) ist die deutsche Förderungsbank unter Aufsicht des Finanzministeriums. Sie gibt Kredite an Existenzgründer und Firmen im Rahmen von Förderprogrammen der Bundesregierung und ist für die Finanzierung von Infrastrukturvorhaben zuständig.

Bilanzsumme(2011): 494,80 Milliarden Euro

Platz 2

Die Commerzbank belegt mit einer Bilanzsumme von über 600 Milliarden Euro Platz zwei unter den größten deutschen Banken. Die Bank ist in 52 Ländern vertreten und betreut nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Privat- und eine Millionen Firmenkunden in der ganzen Welt.

Bilanzsumme(2011): 661,80 Milliarden Euro

Platz 1

Die international erfolgreiche Deutsche Bank nimmt unangefochten den ersten Platz der größten deutschen Banken ein. Ihre Bilanzsumme ist rund 3,5 mal so groß wie die der Commerzbank. Die Bank beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter – knapp 50.000 davon in Deutschland.

Bilanzsumme (2011): 2164,10 Milliarden Euro

Daher hat RHJ hat für die Übernahme der BHF nun mehrere Co-Investoren ins Boot geholt. Die chinesische Fosun Group, BMW-Aktionär Stefan Quandt, der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock und der US-Investor Timothy Collins würden sich an einer Kapitalerhöhung der RHJ-Tochter Kleinwort Benson Group (KBG) beteiligen, über die RHJ die BHF-Bank übernimmt, teilte RHJ mit. Auch nach Abschluss der beabsichtigten Kapitalerhöhung bleibe RHJ mit einem Anteil von rund 60 Prozent Mehrheitsaktionär der KBG.

Mit dem Erwerb steigt Ex-Dresdner-Bank-Vorstand Leonhard Fischer, der den Finanzinvestor RHJ leitet, wieder in den deutschen Bankenmarkt ein. Wäre der Verkauf gescheitert, hätte die Deutsche Bank einen schweren Imageschaden erlitten. Allerdings hatte sich Finanzvorstand Stefan Krause bis zuletzt zuversichtlich gezeigt, dass er den Verkauf der BHF-Bank im zweiten Anlauf zum Erfolg führen würde.

Die Frankfurter Traditionsbank, deren Wurzeln bis ins Jahr 1854 zurückreichen, war bereits für die interne Abwicklungsbank der Deutschen Bank vorgesehen. Die BHF-Bank war in den vergangenen Jahren bereits stark verkleinert worden. Vorstand und Belegschaft hatten sich gegen eine Integration in die Deutsche Bank starkgemacht.

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