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05.08.2013

07:12 Uhr

Kampf gegen Geldwäsche

HSBC kündigt Diplomaten die Konten

Zahlreiche Botschaften in London haben ihr Konto bei der britischen Großbank HSBC verloren. Grund dürfte der Kampf gegen Geldwäsche sein. Betroffen sein soll auch die päpstliche Nunziatur.

Botschaftler können hier in der britischen Botschaft nicht mehr ihr Geld abheben. Reuters

Botschaftler können hier in der britischen Botschaft nicht mehr ihr Geld abheben.

LondonDie britische Bank HSBC hat zahlreichen Botschaften in London ihre Konten gekündigt. Dies sei Teil einer Überprüfung aller Geschäftsaktivitäten, erklärte Banksprecher Will McSheehy am Sonntag. Das Interesse am Geschäft mit den diplomatischen Vertretungen sei gesunken. Er nannte keine Zahl, wie vielen Botschaften gekündigt worden sei.

Der Präsident des Konsularischen Corps in London, Bernard Silver, sprach von mehr als 40 verschiedenen Botschaften, Konsulaten und anderen Vertretungen. „Die Mehrzahl der Missionen haben Schwierigkeiten, Aufnahme bei anderen Banken zu finden“, sagte er. Silver nannte keine Länder.

Nach einem Bericht der „Mail on Sunday“ sollen unter anderen die päpstliche Nunziatur sowie die Vertretungen von Papua Neu-Guinea und von Benin betroffen sein. Diese waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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Diplomatische Vertretungen hantieren traditionell mit großen Summen Bargelds. Die HSBC hatte mehrfach mit Geldwäscheskandalen zu kämpfen. Im vergangenen Jahr erhielt sie eine Rekordstrafe, nachdem US-Beamte enthüllt hatten, dass Vermögen aus dem Iran, Libyen und von mexikanischen Drogenkartellen über die Bank abgewickelt worden seien.

HSBC-Sprecher McSheehy sagte, Anti-Korruptions-Vorschriften seien einer von vielen Faktoren. „Es gibt nicht nur einen Grund“, sagte er.

Von

ap

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