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09.05.2012

08:27 Uhr

Kapitalanforderungen

Commerzbank erledigt ihre Hausaufgaben

Die Commerzbank hat die Kapitalanforderungen der EU-Bankenaufsicht EBA vorzeitig erfüllt. Institutschef Martin Blessing zeigt sich zufrieden. Und das, obwohl der Gewinn zum Jahresauftakt eingebrochen ist.

Commerzbank-Chef Martin Blessing gab heute die Quartalszahlen bekannt. Reuters

Commerzbank-Chef Martin Blessing gab heute die Quartalszahlen bekannt.

FrankfurtDie Commerzbank kann den Stresstest der EU-Bankenaufsicht EBA trotz eines Gewinneinbruchs im ersten Quartal vorzeitig abhaken. Die zweitgrößte deutsche Bank habe die von der EBA Ende 2011 festgestellte Kapitallücke von 5,3 Milliarden Euro Ende März geschlossen und sogar einen zusätzlichen Puffer von 1,1 Milliarden Euro aufgebaut, erklärte die Commerzbank am Mittwoch in Frankfurt.

Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter schrumpfte in den ersten drei Monaten des Jahres um 63 Prozent auf 369 (Vorjahr: 985) Millionen Euro und blieb noch hinter den ohnehin niedrigen Erwartungen der Analysten zurück.

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Vorstandschef Martin Blessing entschuldigte das Ergebnis auch mit den Anstrengungen, die Bilanzrisiken zu reduzieren, was auf Kosten des Gewinns gegangen sei. „Im ersten Quartal lag unsere Priorität auf der Erreichung des EBA-Kapitalziels“, sagte er. Europas Banken müssen bis 30. Juni eine Kernkapitalquote von neun Prozent einschließlich eines Puffers für eine Verschärfung der Euro-Staatschuldenkrise erreichen.

Dazu war die Bank scharf durch ihre Bilanz gegangen und hatte Kapitalbestandteile, die nach den neuen Kapitalregeln ab Anfang 2013 ohnehin nicht mehr anerkannt werden, abgebaut oder getauscht. Die neuen Griechenland-Anleihen wurden postwendend komplett verkauft, in den anderen Schuldenstaaten Südeuropas hält die Commerzbank nur noch Staatsanleihen im Wert von 12,1 Milliarden Euro. Anfang des kommenden Jahres soll der harte Kapitalpuffer bei zehn Prozent liegen, obwohl die Hürden dann noch einmal nach oben geschraubt werden.

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In ihrem Plan für die EBA hatte die Bank für die ersten sechs Monate 2012 einen Nettogewinn von 1,2 Milliarden Euro vorgesehen - das sei aber nicht mehr zu schaffen, räumte sie nun ein. Blessing bezeichnete die Quartalszahlen trotzdem als solide.

Zwei Sondereffekte verzerrten das Ergebnis um insgesamt knapp eine halbe Milliarde Euro. Zum einen musste die Commerzbank ihre Schulden um 158 Millionen Euro höher bewerten, weil diese an den Märkten als sicherer eingestuft werden, zum anderen brachte ein Rückkauf von Hybridpapieren in diesem Jahr weniger als 100 Millionen Euro Gewinn, eine ähnliche Aktion vor einem Jahr hatte 358 Millionen gebracht.

Kommentare (10)

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Deutschlandadler

09.05.2012, 08:24 Uhr

Griechenland wird die EU binnen der nächsten 3 Monate verlassen (müssen) - 100%ig.

RDA

09.05.2012, 08:41 Uhr

Warum nur ruft keiner nach dem schlanken STaat, sobald es darum geht, privaten Banken staatliches Geld hinterherzuwerfen?
Warum musste die Commerzbank die pleite-Dresdner kaufen? Einen Schutz vor feindlicher Übernahme hätte es auch billiger z.B. über die Umwandlung der Aktien in vinkulierte Namensaktien geben können.

hauswuffi

09.05.2012, 08:56 Uhr

"Commerzbank macht ihre Hausaufgaben" - HB, Eure Berichterstattung ist einfach kindlich, nicht objektiv! Diese Bank macht keine Hausaufgaben, sie kassiert Mrd. EURO Steuergelder! Mehr nicht! Euer Journalismus erinnert an BLÖD!

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