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23.10.2013

11:43 Uhr

Kapitalcheck

Diese deutschen Banken knöpft sich die EZB vor

In Deutschland werden künftig 24 Kreditinstitute von der Europäischen Zentralbank (EZB) kontrolliert. Alle großen Geldhäuser fallen unter die neue Aufsicht, mit dabei ist auch die größte Sparkasse des Landes.

Graffiti am Bauzaun der Europäischen Zentralbank in Frankfurt: Die Notenbank nimmt mehr als 120 Banken unter die Lupe. dpa

Graffiti am Bauzaun der Europäischen Zentralbank in Frankfurt: Die Notenbank nimmt mehr als 120 Banken unter die Lupe.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) stellt voraussichtlich mehr als 120 bedeutende Euro-Raum-Banken unter ihre Aufsicht. Das ist eine Reaktion auf die Finanzkrise, in deren Folge die nationale Überwachung der Institute als unzureichend angesehen wurde. Die Notenbanker in Frankfurt werden unter anderem 24 deutsche Institute überprüfen, darunter die Deutsche Bank, die Commerzbank – aber auch die Hamburger Sparkasse (Haspa). Laut Bundesbank wacht die EZB damit über Institute, die zwei Drittel der Bilanzsumme aller deutschen Banken auf sich vereinen.

Zum Auftakt der Aufsichtsarbeit wird die EZB die Institute auf Herz und Nieren testen. Zur Unterstützung hat die Notenbank bereits die Unternehmensberatung Oliver Wyman angeheuert. Eine eingehende Überprüfung der Bankbilanzen zum Stichtag 31. Dezember 2013 und ein Stresstest der Überlebensfähigkeit der Institute in einer Krise sollen die Voraussetzungen schaffen, dass die Notenbank im November 2014 die Aufsicht über die wichtigsten Banken der Euro-Zone übernehmen kann. Mit Ergebnissen der Testreihe sei erst in einem Jahr zu rechnen.

Diese deutschen Banken überprüft die EZB

Großbanken

Commerzbank
Deka-Bank (Spitzeninstitut der Sparkassen)
Deutsche Bank
DZ-Bank (Spitzeninstitut der Volksbanken)
Hypo Real Estate Holding (Deutsche Pfandbriefbank)
SEB
WGZ Bank (2. Spitzeninstitut der Volksbanken)

Landesbanken

Bayerische Landesbank (BayernLB)
Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
Landesbank Berlin (LBB)
Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba)
Norddeutsche Landesbank (NordLB)
HSH Nordbank

Sparkassen/Genossenschaftsbanken

Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Haspa Finanzholding (Hamburger Sparkasse)

Immobilienbanken

Aareal Bank
Münchener Hypothekenbank

Förderbanken

Landeskreditbank Baden-Württemberg
Landwirtschaftliche Rentenbank
NRW.Bank

Sonstige Institute

Volkswagen Financial Services Aktiengesellschaft
Wüstenrot & Württembergische

Die EZB wird die Banken auffordern, ein Kapital in Höhe von acht Prozent der risikogewichteten Bilanzwerte vorzuhalten. Darin ist ein Aufschlag von einem Prozentpunkt für die größten Institute enthalten. „Mit diesem Niveau kämen viele Banken zurecht“, sagte Dirk Becker, Branchenanalyst bei Kepler Cheuvreux in Frankfurt. „Die Banken werden im Vorfeld der EZB-Aufsicht auch weiterhin Gewinne beiseite legen. Ich rechne nicht mit vielen Kapitalerhöhungen, denn die wären schwer zu rechtfertigen.“

„Transparenz ist das vorrangige Ziel“, sagte EZB-Präsident Mario Draghi. Die Banken in Europa hätten zwar in den fünf Jahren seit der Finanzkrise schon viel getan, um ihre Bilanzen aufzuräumen und ihre Geschäftsmodelle umzubauen. Sie hätten 225 Milliarden Euro Kapital eingesammelt und weitere 275 Milliarden Euro an Staatshilfen erhalten, erklärte die EZB. Trotzdem sei an den Finanzmärkten der Eindruck haften geblieben, dass die Bilanzen der Banken nicht transparent genug seien und in ihnen noch unerkannte Risiken schlummerten. „Wir erwarten, dass diese Überprüfung das Vertrauen des privaten Sektors in die Banken der Euro-Zone und in die Qualität von deren Bilanzen stärken wird“, erklärte Draghi.

Kommentare (17)

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VB-Christoph

23.10.2013, 09:50 Uhr

Die WGZ-Bank ist das 2. "Spitzeninstitut" der Volksbanken!

flinn75

23.10.2013, 10:04 Uhr

Die WGZ-Bank ist das 2. Spitzeninstitut der Volksbanken, nicht der Sparkassen. Bitte korrigieren.

Account gelöscht!

23.10.2013, 10:15 Uhr

Das war Quatsch und ist korrigiert.

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