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25.06.2014

14:00 Uhr

Kapitalerhöhung abgeschlossen

Deutsche Bank nimmt 8,5 Milliarden Euro ein

Die Deutsche Bank will mit dem neuen Puffer alle Zweifel wegen neuer Krisen ausräumen: Die Kapitalerhöhung um 8,5 Milliarden Euro ist durch – und ein Scheich aus Katar ist mit über fünf Prozent neuer Großaktionär.

Das Logo der Deutschen Bank: Die Bank ist sich keiner Schuld bewusst, muss aber mit Ermittlungen aus den USA rechnen. Die Commerzbank soll  hingegen über einen Vergleich verhandeln. dpa

Das Logo der Deutschen Bank: Die Bank ist sich keiner Schuld bewusst, muss aber mit Ermittlungen aus den USA rechnen. Die Commerzbank soll hingegen über einen Vergleich verhandeln.

FrankfurtDie Deutsche Bank kann einen Haken hinter ihre milliardenschwere Kapitalerhöhung machen. Das Institut habe die Transaktion erfolgreich abgeschlossen und damit wie geplant 8,5 Milliarden Euro eingenommen, erklärte Deutschlands größtes Geldhaus am Mittwoch. Die Altaktionäre mussten sich bis Mitternacht am Dienstag entscheiden, ob sie mitziehen oder nicht. 99,1 Prozent der Bezugsrechte seien ausgeübt, die übrigen Aktien am Markt verkauft worden.

Mit dem frischen Geld will die Bank endlich alle Zweifel an ihren Puffern gegen neue Krisen ausräumen. Sie will dank der Einnahmen aus der Kapitalerhöhung vor allem im Investmentbanking künftig wieder ein größeres Rad drehen. „Wir haben entscheidende Schritte unternommen, um die Deutsche Bank gegen bekannte Herausforderungen bei der Kapitalausstattung abzusichern, um unsere Wettbewerbsposition zu verbessern und um Investitionen in das Wachstum in allen unseren Unternehmensbereichen zu forcieren“, erklärten die Vorstandschefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain. Die Deutsche Bank hat mit der Kapitalerhöhung bei ihren bestehenden Aktionären rund 6,75 Milliarden Euro eingesammelt.

Chronologie der Ermittlungen zu Devisenmarkt-Manipulation

Juni 2013

Britische Regulierungsbehörden starten eine vorläufige Ermittlung wegen des Verdachts der Marktmanipulation auf dem Währungsmarkt. In den folgenden Monaten konkretisiert sich der Verdacht: Wichtige Händler verschiedener Geldhäuser sollen Preisabsprachen vor großen Kundenaufträgen getroffen und die Fixing-Kurse für bestimmte Währungen zu ihren Gunsten beeinflusst haben.

Anfang Oktober 2013

Auch die Schweizer Finanzaufsicht berichtet darüber, mehrere Banken wegen möglicher Verstöße auf dem Devisenmarkt zu überprüfen. Die EU-Kommission steht bereit, bei den Ermittlungen – es geht auch um Kartellvorwürfe – beizuspringen. Am 9. Oktober bestätigt die Royal Bank of Scotland Ermittlungen und übermittelt Kommunikationsaufzeichnungen eines ehemaligen Händlers an die Behörden.

Mitte Oktober 2013

Aus den vorläufigen Ermittlungen der britischen Aufsichtsbehörde FCA wird ein formales Verfahren. In Asien bestätigt die Finanzaufsicht in Hong Kong, ebenfalls einige Banken zu untersuchen.

Ende Oktober 2013

Die Deutsche Bank – Marktführer im Devisenhandel – bestätigt Anfragen der Aufsichtsbehörden. Die Ermittlungen befänden sich in einem frühen Stadium. Auch die Schweizer UBS legt die Prüfung in ihrem Quartalsbericht offen. Am 29. Oktober bestätigt das US-Justizministerium, dass sowohl die Strafverfolgungs- als auch die Kartellabteilung ermitteln.
Ende Oktober wird bekannt, dass die britische Bank Barclays und die Royal Bank of Scotland Händler von der Arbeit beurlaubt haben – ohne Schuldanerkenntnis.

Anfang November 2013

Citigroup und JP Morgan gehören ebenfalls zu den untersuchten Geldhäusern, am 4. November berichtet auch die HSBC offiziell von Behördenanfragen wegen möglicher Regelverstöße beim Devisenhandel. Am 5. November berichten mehrere Medien über millionenschwere Strafzahlungen wegen der Manipulation des Zinssatzes Euribor. Auch Goldman Sachs ist nun Ziel der Ermittlungen.

Januar 2014

Die Deutsche Bank suspendiert mindestens einen Devisenhändler wegen Manipulationsverdachts. Es bestehe der Verdacht, dass er Referenzkurse für Währungen manipuliert habe, berichtet die Tageszeitung „Die Welt“. Der Händler habe in New York gearbeitet und mit argentinischen Pesos gehandelt.

Februar 2014

Die privaten Konten von Händlern stehen bereits im Visier der Ermittler – der Verdacht: Bankmitarbeiter dürften Manipulationen auch zu gewinnträchtigen privaten Geschäften genutzt haben. Jetzt wollen einige Großbanken die internen Regeln für private Transaktionen ihrer Mitarbeiter verschärfen.

Im Zuge der erneuten Kapitalerhöhung bekam Deutschlands größtes Geldhaus einen neuen Großaktionär: Scheich Hamad bin Dschassim bin Dschaber al-Thani aus Katar sicherte sich einen Anteil von 5,83 Prozent. Der Scheich ließ sich seinen Einstieg beim deutschen Branchenprimus nach früheren Angaben gut zwei Milliarden Euro kosten. Der Dax-Konzern hatte die Kapitalerhöhung am 18. Mai angekündigt und den Scheich als langfristig orientierten Ankeraktionär präsentiert.

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