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14.04.2011

08:57 Uhr

Kapitalerhöhung beschlossen

Aareal Bank zahlt weitere Staatshilfen zurück

Die Aareal Bank holt sich frisches Geld. Damit will der MDax-Konzern nicht nur sein Wachstum finanzieren, sondern auch Staatshilfe zurückzahlen. Die Rahmenbedingungen scheinen günstig

Die Zentrale der Aareal Bank in Wiesbaden. Quelle: frei

Die Zentrale der Aareal Bank in Wiesbaden.

Wiesbaden Der Immobilienfinanzierer Aareal Bank sammelt über eine Kapitalerhöhung 269 Millionen Euro frisches Kapital ein und will damit vor allem sein Wachstum beschleunigen. Das Grundkapital soll um 40 Prozent erhöht und 17,1 Millionen neue Aktien zum Preis von jeweils 15,75 Euro angeboten werden, wie die Aareal Bank am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Das ist ein Abschlag von gut einem Drittel zum Schlusskurs vom Mittwoch.

Der Erlös solle in das Wachstum des Kerngeschäfts mit Strukturierten Immobilienfinanzierungen gesteckt werden, in dem die Aareal Bank derzeit von der Schwäche vieler Konkurrenten profitiert. Schumacher erhöhte das Ziel für das Neugeschäft in diesem Jahr auf sieben bis acht Milliarden Euro. 2010 waren es 6,7 Milliarden Euro gewesen. Die Aareal Bank wird immer wieder auch als Interessent für den Mainzer Rivalen Westimmo gehandelt, den die WestLB verkaufen muss.

Vorstandschef Wolf Schumacher will mit dem frischen Geld möglicherweise auch weitere 75 Millionen Euro der restlichen 375 Millionen Euro Stillen Einlagen des Bankenrettungsfonds Soffin zurückzahlen, die er überraschend in der Finanzkrise aufgenommen hatte. 150 Millionen hatte er bereits zurückgegeben. Zudem will die Aareal Bank auch die zwei Milliarden Euro schwere vom Soffin garantierte Anleihe vorzeitig einziehen, die sie vor knapp einem Jahr als Vorsichtsmaßnahme aufgenommen und auf das eigene Buch genommen hatte. Dies erspare der Bank im Jahr rund 19 Millionen Euro Zinsen.

"Mit der Kapitalerhöhung wollen wir die sich im gegenwärtigen Markt- und Wettbewerbsumfeld bietenden Opportunitäten für margenstarkes Neugeschäft in verstärktem Maße nutzen. Angesichts des großen Potenzials in unseren Märkten heben wir unser Neugeschäftsziel für das laufende Jahr auf sieben bis acht Milliarden EUR an", erklärte Schumacher. Die Aareal-Aktionäre erhalten bei der Kapitalerhöhung ein Bezugsrecht: Sie können für je fünf Aktien zwei neue zeichnen.

Für neue Anteilseigner werden aber in jedem Fall Aktien übrig bleiben, die noch am Donnerstag platziert werden sollen. Der Aareal-Großaktionär, die Aareal Holding, will kein frisches Geld beisteuern und nur so viele neue Aktien kaufen, wie er mit dem Verkauf der übrigen Bezugsrechte finanzieren kann ("Operation Blanche"). Einige Mitglieder der Aareal Holding gelten als kapitalschwach. Sie lässt ihren Anteil von 37 Prozent damit deutlich verwässern, will aber eine Sperrminorität behalten.

Von

rtr

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