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19.05.2014

10:47 Uhr

Kapitalerhöhung der Deutschen Bank

Der nächste Befreiungsschlag

Acht Milliarden Euro will die Deutsche Bank mit einer neuerlichen Kapitalerhöhung einsammeln. Anshu Jain verneint einen Einfluss der strengeren Aufseher. Mit dem Geld will das Institut die US-Großbanken attackieren.

Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank

Scheich-Dollars für künftige Krisen

Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank: Scheich-Dollars für künftige Krisen

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Düsseldorf/Frankfurt„Jain und Fitschen setzen zum Befreiungsschlag an“ – was nach einer aktuellen Schlagzeile zur Kapitalerhöhung der Deutschen Bank klingt, ist in Wahrheit ein Jahr alt. Gerade einmal ein Jahr. Denn nachdem sich Deutschlands größtes Geldhaus Ende April 2014 bereits ein „dickes Polster“ zulegte, steht nun eine weitere Kapitalerhöhung ins Haus. Und diese stellt die letztjährige in den Schatten.

Die Deutsche Bank will bis zu 300 Millionen neue Aktien ausgeben und damit rund acht Milliarden Euro einnehmen. 60 Millionen Aktien sollen für 1,75 Milliarden Euro an einen Scheich aus Katar gehen: Hamad bin Dschassim bin Dschaber al-Thani würde im Zuge der Kapitalerhöhung zum größten Aktionär der Bank.

Mit dem frischen Geld wollen die Deutsche-Bank-Co-Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen die maximale Verschuldungsquote (Leverage Ratio) einhalten, das Geschäft in Asien ausbauen und in den USA zur Attacke blasen. Mit der Kapitalmaßnahme sei man stark vorbereitet auf kommende Herausforderungen, sagte Jain in einer Telefonkonferenz für Analysten am Montag. Für die Strategie erwarte er „eine Menge Rückenwind“, so Jain.

Diese Banken haben die beste Kernkapitalquote

Platz 8

Crédit Agricole (Frankreich) – 9,0 Prozent

Kernkapitalquote nach Basel III ausgewählter Banken, 1. Quartal 2014, Quellen: Bloomberg, Thomson Reuters

Platz 7

Deutsche Bank – 9,5 Prozent

Platz 4

Bank of America (USA) – 9,6 Prozent

Platz 4

JP Morgan (USA) – 9,6 Prozent

Platz 4

Barclays (Großbritannien) – 9,6 Prozent

Platz 3

BNP Paribas (Frankreich) – 10,6 Prozent

Platz 2

HSBC (Großbritannien) – 10,8 Prozent

Platz 1

UBS (Schweiz) – 13,2 Prozent

Der Co-Chef verneinte den Druck der Aufsichtsbehörden als Grund für die Entscheidung: „Es gab absolut keinen Einfluss irgendeines Regulierers in irgendeiner Art“, betonte Jain. Die Behörden hätten keinen Grund, wegen der Kapitalausstattung oder die Leverage Ratio auf die Bank zuzugehen. In Aufsichtskreisen wurde diese Sichtweise bestätigt.

Die Bafin sei nicht Auslöser für die Kapitalerhöhung gewesen. „Sie begrüßt das aber, weil die Bank mit dem Geld ihren Gestaltungsspielraum nutzen will“, sagte ein Insider. Die Deutsche Bank erfüllt mit ihrer Kapitalerhöhung vorzeitig die strengeren Vorgaben der Regulierungsbehörden. Die maximale Verschuldungsquote (Leverage Ratio), die sie bisher verfehlt hatte, werde damit eingehalten, machte die Bank in einer Präsentation am Montag deutlich.

Die Kennziffer steige auf 3,1 von 2,5 Prozent, bis Ende 2015 sollen 3,5 Prozent daraus werden. Alle Geldhäuser müssen nach den Vorschriften des Regelwerks Basel III künftig mindestens drei Prozent ihres Risikokapitals mit Eigenkapital abdecken. Damit wollen die Regulierer verhindern, dass die Geldhäuser ihre Bilanz über Gebühr aufblähen.

Kommentare (1)

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19.05.2014, 12:10 Uhr

Was wird uns hier verkauft? Die Deutsche Bank ist einer der HFT (High Frequenz Trader)welche, die Rechte, ihre Kunden in Geiselhaft nimmt, zugunsten anderer Kunden (den HFT´s). Sie ist der Gefängnissteller und Wächter zugleich und somit ein Täter im Sinne des Strafrechts. Wird uns hier gesagt, wir erhöhen die "EK-Quote", weil wir im HFT wesentlich mehr Risiken(nicht monitär und kurzfristig)übernehmen, wenn der Markt zusammenbricht, sondern weil wir mit dem Lösegeld (Kostenschaffung für Investoren)eine Know How - Investmentblase-Finanzblase in Verbindung Wertpapieren schaffen. Um beim Platzen der Blase behaupten zukönnen wir haben doch alles getan was man von uns verlangt hat. Natürlich ohne zu sagen, dass man von ihnen, weder einen Dark Pool in Verbindung mit HFT´s und Straftatsbestände oder eigene Börsen, verlangt hat. Die Lücke im Gesetz ist wahrscheinlich jene: Was nicht verlangt worden ist, ist somit "nicht strafbar". Das ist ein Trugschluß. Niemand darf eine Person (natürlich oder juristisch) in seinem Recht beschneiden, tut er es doch ist und bleibt es ein Straftatsbestand, unabhängig von den Menschen welche in der Verfassung garantiert werden. In diesem Sinne ist selbst ein Lobbist, der zu Straftaten aufruft, kriminell. Also nochmal die Frage für was sind die 8 Milliarden wirklich gedacht? An Basel III, glaube ich in diesem Fall nicht. Vorstellbar ist, mehr HFT und mehr "To Big to Fail" und damit Staatshilfe im Ernstfall sichern. Hier nochmal: To big to fail, is fat enough to die. Übrigens mit den 8 Milliarden auch eine Umverteilung der Eignerstruktur einher, wahrscheinlich seit Jahrzehnten zulasten der Kleinaktionäre (Hausfrauen, etc., - Hausfrauen haben mal die größten Teil (28%) der Aktien der Deutschen Bank gehalten. Sind die 8 Milliarden ein Preis für versteckte Geschäfte unter Ausschluß der Öffentlichkeit? Steigerung der Intransparenz, trotz immer mehr Glas an den Bankgebäuden (Pseudotransparenzdarstellung)? Wann kommt das schlimme Ende?

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