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05.03.2017

18:58 Uhr

Kapitalerhöhung

Deutsche Bank behält die Postbank

Die Deutsche Bank will sich für die Zukunft wetterfest machen: Die Postbank soll nun doch nicht verkauft werden. Eine Kapitalerhöhung soll frische Milliarden bringen.

Die Postbank soll ins Privat- und Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank integriert werden. dpa

Deutsche Bank - Postbank

Die Postbank soll ins Privat- und Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank integriert werden.

Frankfurt/MainDie Deutsche Bank macht eine Rolle rückwärts bei der Postbank. Statt die auf Privatkunden fokussierte Tochter zu verkaufen, soll sie in das Privat- und Firmenkundengeschäft des Konzerns integriert werden, wie die Deutsche Bank am Sonntag in Frankfurt nach einer Aufsichtsratssitzung mitteilte. Die kombinierte Bank werde mehr als 20 Millionen Kunden in Deutschland haben, hieß es. Ein detaillierter Plan für den Zusammenschluss soll im Laufe des Jahres präsentiert werden.

Zudem stärkt die Deutsche Bank wie erwartet ihre Kapitaldecke. Über den Verkauf neuer Aktien will das größte deutsche Geldhaus rund acht Milliarden Euro einnehmen, wie es weiter hieß. Je mehr Kapital eine Bank vorhält, desto widerstandsfähiger gegen Krisen ist sie. „Unsere Entscheidungen sind ein wichtiger Schritt, um die Deutsche Bank stärker zu machen und wieder wachsen zu können“, sagt Vorstandschef John Cryan. Die Kapitalerhöhung werde die Finanzkraft erheblich verbessern.

Zehn größte Banken Deutschlands (nach Bilanzsumme Ende 2015)

Platz 10

Postbank

Bilanzsumme: 149 Milliarden Euro

Platz 9

Helaba

Bilanzsumme: 172 Milliarden Euro

Platz 8

NordLB

Bilanzsumme: 182 Milliarden Euro

Platz 7

BayernLB

Bilanzsumme: 224 Milliarden Euro

Platz 6

Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)

Bilanzsumme: 234 Milliarden Euro

Platz 5

Hypovereinsbank

Bilanzsumme: 314 Milliarden Euro

Platz 4

DZ- und WGZ-Bank

Bilanzsumme: 498 Milliarden Euro

Davon entfallen etwa 400 Milliarden auf die DZ-Bank und ungefähr 95 Milliarden auf die WGZ-Bank. Am 19. November 2015 wurde bekannt, dass die beiden Genossenschaftsbanken fusionieren.

Platz 3

KfW-Bankengruppe

Bilanzsumme: 503 Milliarden Euro

Platz 2

Commerzbank

Bilanzsumme: 536 Milliarden Euro

Platz 1

Deutsche Bank

Bilanzsumme: 1.740 Milliarden Euro

Gleichzeitig soll der Vermögensverwalter Deutsche Asset Management - bei Publikumsfonds bekannt unter DWS Investments - zu einem kleinen Teil an die Börse gebracht werden, um frisches Geld in die Kasse zu spülen. Geplant ist, den Börsengang innerhalb von zwei Jahren über die Bühnen zu bringen. Zusammen mit weiteren Veräußerungen soll das weitere zwei Milliarden Euro einbringen.

Den Aktionäre der Bank sollen die Kapitalmaßnahmen mit einer - wenn auch vergleichsweise geringen - Dividende versüßt werden. Auf der Hauptversammlung im Mai solle eine Ausschüttung von 19 Cent je Aktie für das vergangene Jahr beschlossen werden, erklärte die Bank. Ursprünglich hatte Cryan die Dividende angesichts der hohen Belastungen durch teure Rechtsstreitigkeiten ganz streichen wollen. Für das Jahr 2017 verspricht er nun eine Dividende von mindestens 11 Cent je Aktie. Erst für 2018 rechnet Cryan wieder mit einer attraktiven Dividende, wie er in einer Telefonkonferenz sagte. Für die Jahre 2009 bis 2014 hatte die Deutsche Bank stabil 75 Cent je Anteilsschein ausgeschüttet.

Schon seit Monaten wurde über eine Kapitalerhöhung spekuliert, nachdem teure Rechtsstreitigkeiten an der Kapitalbasis genagt hatten. Die Deutsche Bank hatte ihre harte Kernkapitalquote - eine entscheidende Kennziffer für die Krisenfestigkeit einer Bank - zum Jahresende zwar auf 11,9 Prozent steigern können. Im internationalen Vergleich steht sie damit aber eher durchwachsen da. Die Bank strebt nun eine harte Kernkapitalquote von deutlich über 13 Prozent an.

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Deutschlands größtes Geldhaus wagt noch einmal einen großen Wurf, um aus der Krise zu kommen. Acht Milliarden Euro frisches Kapital will die Deutsche Bank aufnehmen. Auch die Führung wird neu geordnet.

Die Bank hat nach eigenen Angaben einen guten Start ins Jahr 2017 erwischt. Die ersten zwei Monate seien positiv verlaufen, erklärte das Geldhaus, ohne genaue Geschäftsdaten zu nennen. Die Vorlage des Zwischenbericht für das erste Quartal ist für den 27. April geplant.

Die Deutsche Bank hatte im vergangenen Jahr mit der Abwanderung von Kunden zu kämpfen, nachdem Sorgen um die Kapitalausstattung von Deutschlands größter Bank aufgekommen waren. Die Lage hatte sich zum Ende des Jahres hin jedoch bereits deutlich entspannt - trotz eines Milliardenverlusts 2016.

Von

dpa

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