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19.03.2017

15:32 Uhr

Kapitalerhöhung

Deutsche Bank gibt neue Aktien zu 11,65 Euro aus

VonRobert Landgraf, Yasmin Osman

Deutschlands größtes Geldhaus hat zwei Tage vor der Vermarktung der neuen Aktien den Preis für die Anteilscheine veröffentlicht. Mit 11,65 Euro gewährt die Bank einen Abschlag von rund 35 Prozent auf den Freitagskurs.

Am Dienstag startet die Vermarktung der neuen Aktien des größten deutschen Geldhauses. AFP; Files; Francois Guillot

Deutsche Bank

Am Dienstag startet die Vermarktung der neuen Aktien des größten deutschen Geldhauses.

FrankfurtLange hatte sich Deutsche-Bank-Chef John Cryan gegen eine Kapitalerhöhung gewehrt, doch nun fällt der Startschuss für eine üppige Kapitalspritze für das Kreditinstitut. Die Deutsche Bank will in den kommenden zwei Wochen rund 687,5 Millionen Aktien vermarkten. Den Preis je Anteilsschein legte die Bank auf 11,65 Euro fest. Das war die Untergrenze, zu der die Bank die neuen Aktien hatte losschlagen wollen. Im Vergleich zum Schlusskurs der Aktie am Freitag entspricht das einem Abschlag von 35 Prozent. Der Bank fließen dadurch rund acht Milliarden Euro an frischem Kapital zu.

Auf der Roadshow, bei der die Deutsche Bank für die Kapitalerhöhung geworben hat, hätte man den Eindruck gewonnen, dass es zu diesem Preis eine gute Nachfrage gebe, hieß es in Finanzkreisen. Wohl auch deshalb hat sich der Kreis der Banken, die für die Transaktion garantieren, von ursprünglich acht Häusern auf mittlerweile 30 Finanzinstitute vergrößert, wie die Bank mitteilte. So groß, dass man einen höheren Preis hätte wagen wollen, sei die Begeisterung aber auch nicht gewesen, ist zu hören.

Bei der Transaktion handelt es sich um eine Bezugsrechteemission. Das bedeutet, die Aktionäre der Bank erhalten für je zwei Aktien das Recht, eine der neuen Aktien zu kaufen. Wer daran kein Interesse hat, kann sein Bezugsrecht an der Börse verkaufen.

Am Montag wird die Deutsche Bank neben ihrem Geschäftsbericht auch den Prospekt für die Kapitalerhöhung veröffentlichen. Die Zeichnungsfrist für die Aktien beginnt am Dienstag und läuft bis zum 6. April. Den Neu-Aktionären winkt schon bald eine erste kleine Belohnung für ihr Interesse: Die Bank will auf der Hauptversammlung im Mai die gesetzliche Mindestdividende für die Geschäftsjahr 2015 und 2016 ausschütten, zusammen 0,19 Euro je Aktie. Kürzlich verdonnerte ein Gericht die Bank zur Zahlung der gesetzlichen Mindestdividende.

Von dieser Entscheidung sollen nun ebenso die neuen Aktionäre profitieren – darunter auch der neue Großaktionär, der chinesische Mischkonzern HNA. HNA hatte sich im Februar ein Aktienpaket von etwa drei Prozent gesichert. HNA lässt die Aktien vom österreichischen Vermögensverwalter C-Quadrat verwalten. Die Chinesen hatten schon bei ihrem Einstieg signalisiert, dass sie sich auch vorstellen könnten, ihren Anteil etwa bei einer Kapitalerhöhung weiter zu steigern.

Für das Engagement wird der neue Großaktionär nun auch mit einem Posten im Aufsichtsrat bedacht: Der Aufsichtsrat will der Hauptversammlung die Wahl von C-Quadrat-Gründer Alexander Schütz in das Kontrollgremium vorschlagen. Außerdem soll Google-IT-Sicherheitschef Gerhard Eschelbeck neu in den Aufsichtsrat einsteigen.

Schütz und Eschelbeck ersetzen Ex-Siemens‧chef Peter Löscher und den früheren Haniel-Vorstand Klaus Rüdiger Trützschler, die aus dem Gremium ausscheiden. Daneben nominierte der Aufsichtsrat am vergangenen Donnerstag seinen amtierenden Vorsitzenden Paul Achleitner für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren. Im Falle seiner Bestätigung wollen die anderen Aufsichtsräte Achleitner zu ihrem Vorsitzenden wählen.

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