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19.01.2005

20:24 Uhr

"Kardinalproblem in den Griff bekommen"

BaFin-Präsident Sanio fordert Banken-Konsolidierung

Der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio, hat die gefährliche Ertragsschwäche der deutschen Banken angemahnt und eine zügige Konsolidierung gefordert.

HB FRANKFURT/BERLIN. „Die deutschen Intitute müssen endlich ihr Kardinalproblem in den Griff bekommen. Sie müssen es schaffen, ihre Erträge nachhaltig zu steigern - und zwar vor allem in ihrem Kerngeschäft, dem Kreditgeschäft“, sagte Sanio am Mittwoch beim Neujahresempfang der Behörde in Frankfurt. Daran hapere es aber und der Wettbewerb zwischen den Banken habe „wieder einmal desaströse Ausmaße“ angenommen. Viele Risiken deckten die Banken nicht ausreichend ab. „Das ist gefährlich“, warnte Sanio.

Einen überzeugenden Ausweg unter den gegebenen Bedingungen gebe es nicht. „Nur eine Konsolidierung würde die deutsche Kreditwirtschaft dauerhaft aus ihrer Ertragskrise herausführen“, erläuterte Sanio. Denn es gebe zu viele Banken. Gleiches gelte - mit deutlichen Abstrichen allerdings - auch für die hiesigen Versicherer.

Trotz der weiterhin bestehenden Probleme mache das deutsche Finanzsystem insgesamt einen robusten Eindruck, fasste der BaFin-Präsident zusammen. „Das Attribut „kraftstrotzend' hat es sich aber noch nicht verdient.“ Der lange ersehnte Aufschwung sei bisher ausgeblieben. Die Banken hätten zwar ihre Kosten deutlich reduziert und bei der Risikovorsorge für faule Kredite bessere Zahlen geliefert. „Beides kann aber nicht immer so weitergehen.“ Nun müssten sich die Banken an die Steigerung der Erträge machen.

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