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01.09.2012

14:08 Uhr

Karriere

Banker suchen Anschluss

VonClaudia Obmann

Lehman-Pleite, Euro-Krise und Libor-Skandal: Geldinstitute ringen mit Problemen und bauen massiv Stellen ab. Viele Banker müssen sich neu orientieren. Chancen gibt es für sie dabei aber nicht nur in der Finanzbranche.

Wenn ein Geldinstitut Stellen streicht, müssen sich viele Banker neu orientieren. Reuters

Wenn ein Geldinstitut Stellen streicht, müssen sich viele Banker neu orientieren.

DüsseldorfDer Stellenabbau der Banken geht weiter. Jüngst haben die neuen Chefs der Deutschen Bank, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, angekündigt, sich von rund 1000 Investmentbankern zu trennen. Und die gerade erfolgte Aufspaltung der WestLB, die teilweise abgewickelt wird, wird ebenfalls Hunderte der gut 4 300 Mitarbeiter ihren Job kosten.

Damit kommt die nächste Welle von Bankangestellten seit Beginn der Finanzkrise auf den Arbeitsmarkt. Von 2007 bis Ende 2011 hat das deutsche Kreditgewerbe, von der Sparkasse bis zur Bundesbank, schon rund 27 000 Mitarbeiter entlassen. Und ein Ende ist noch immer nicht in Sicht.

Experten rechnen damit, dass noch weiteres Personal abgebaut wird, weil die Geldhäuser – nicht nur diejenigen unter staatlicher Ägide wie die Commerzbank – zum Sparen gezwungen sind und die Branche insgesamt ihr Automatisierungspotenzial noch nicht ausgeschöpft hat.

Damit der Stellenabbau möglichst lautlos verläuft, engagieren die Geldhäuser sogenannte Outplacement-Berater wie Herbert Mühlenhoff. Der Düsseldorfer ist spezialisiert auf die professionelle Trennung von Arbeitgebern und Mitarbeitern und hilft bei der beruflichen Neuorientierung. Um abfindungswillige Kandidaten eines Unternehmens zu identifizieren, berät Mühlenhoff Banker bei der Entscheidung zu gehen oder zu bleiben.

Und obwohl die Alternative zum Abschied vom Arbeitgeber oftmals heißt, runtergestuft zu werden oder einen Standortwechsel mitzumachen und etwa von München nach Frankfurt umzuziehen, beobachtet Mühlenhoff „einen verbreiteten Unwillen, sich auf Neues einzulassen“.

Kein Wunder, „ab einer bestimmten Hierarchiestufe wird es zeitaufwendiger, eine adäquate Stelle zu finden“, sagt Bernd Schuster, selbst Ex-Vorstand der NordLB, der sich vor vier Jahren als Coach und Bewerbungstrainer für Manager der ersten und zweiten Führungsebene selbstständig gemacht hat.

Seine Klienten sind üblicherweise älter als 45 Jahre und wollen oder müssen weiter arbeiten, denn trotz üppiger Abfindungen haben sie keineswegs ausgesorgt. „Man macht in der Bank entweder Karriere als Experte oder als General Manager. Doch genau diese Positionen werden wegen der Fusionen und der Rationalisierung in der Finanzbranche immer weniger“, beobachtet Schuster. Es heißt also, neue Jobchancen aufzuspüren.

Die Industrie nimmt nur wenige Ex-Führungskräfte aus der Bankenszene auf. „Die Denkweise ist zu unterschiedlich“, sagt Schuster. Während Industriemanager jedes neue Geschäft als Chance auf Gewinn betrachten, werten es Banker als zusätzliches Risiko. Ihr Know-how gilt außerdem als zu spezialisiert auf Finanzströme und ihre Branche ist vergleichsweise hoch reguliert, so dass Bankmanager im Vergleich unroutiniert wirken, was das herkömmliche Wirtschaftsleben angeht.

Kommentare (2)

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Peter

02.09.2012, 00:04 Uhr

Banker suchen Anschluss...

bekommen diesen aber meist nicht wenn diese bei ihren Gehaltswunsch bleiben.
Inzwischen kenne ich drei "Düsseldorfer Banker" die Ihren Schreibtisch geräumt haben, mit Vorstellungen, die fern jeglicher Wirklichkeit sind. Einer dieser Banker gab seinen Gehaltswunsch 23.000,-- Euro (p.A.) über dem "Firmenbuget" an und wurde nicht eingestellt.

Ende September laufen jetzt die "fürstlichen Arbeitslosengelder" aus und die Hartz 4 Gesetze greifen dann.
Allerdings hat dieser "Banker" ab dem 01. Oktober ja Zeit genug zu überlegen ob seine ehemaligen "Bonzenbezüge" vielleicht etwas zu Hoch waren - in der Hartz 4 Zeit!

Jedenfalls würden gerne einige seiner Freunde sein schönes Haus "preiswert" übernehmen; willkommen im Leben.

Ich sage mir die Zeit wird es zeigen und eines ist allerdings heute Abend eindeutig ausgesprochen worden... die große Liebe - die Ehefrau - lässt sich doch nun aus Liebe scheiden, da er so "geizig" geworden ist.

Liebe Banker. willkommen im Leben das durch einige Bankhäuser so schön geworden ist; jetzt auch für die "Banker" selber!

Erich-Schlapphut

02.09.2012, 10:57 Uhr

@Peter

“die große Liebe - die Ehefrau - lässt sich doch nun aus Liebe scheiden,da er so "geizig" geworden ist.“

Kommt nicht nur bei den Bankern vor gibt es in anderen Schichten auch, ist besonders bei Selbständigen weit verbreitet.

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