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14.01.2010

07:00 Uhr

Kartendesaster

Gemalto rüstet sich für Schadensersatz

VonHolger Alich , Hans Nagl

Der französische Chipkartenspezialist Gemalto beginnt mit der finanziellen Aufarbeitung des Bank-Karten-Desasters. In der Bilanz 2009 will das Unternehmen Sonderrückstellungen buchen: für mögliche Schadensersatzforderungen von Millionen Kreditkartenbesitzer.

Der französische Chipkartenhersteller Gemalto rüstet sich für Schadensersatzforderungen. Quelle: dpa

Der französische Chipkartenhersteller Gemalto rüstet sich für Schadensersatzforderungen.

HB PARIS FRANKFURT. Der französische Chipkartenspezialist Gemalto beginnt mit der finanziellen Aufarbeitung des Bank-Karten-Desasters. „Wir haben bereits schriftlich Schadensersatzforderungen von einigen Kunden erhalten“, sagte Gemalto-Chef Olivier Piou zum Handelsblatt. Das Unternehmen will daher eine Sonderrückstellung von sechs bis zehn Millionen Euro für das Jahr 2009 buchen, um „mögliche Folgen“ abzudecken.

Damit fällt Gemaltos Ebit im Jahr 2009 um gut vier Prozent geringer aus als ursprünglich erwartet. Es dürfte zwischen 170 und 174 Mio. Euro betragen. Pariser Analysten halten die finanziellen Folgen damit für begrenzt und haken den Fall bereits ab. Die Analysten des Brokers Kepler sorgen sich dagegen über die Langfristfolgen durch einen möglichen Image-Schaden.

Zu Jahresbeginn hatte ein fehlerhafter Sicherheitschip von Gemalto rund 30 Millionen deutsche EC- und Kreditkarten ganz oder teilweise lahmgelegt. Ursache war ein Problem mit der Software: Das Datum 2010 konnte nicht erkannt werden. In der Folge wiesen Geldautomaten und Terminals im Handel das Plastikgeld zurück.

In Deutschland wurde das Problem vergangene Woche übergangsweise dadurch gelöst, indem die Geldautomaten den Chip ignorierten und nur den Magnetstreifen auslasen. Seit dem 7. Januar ist ein neues Verfahren verfügbar. Dabei werden die Chips neu programmiert, um das Problem dauerhaft zu lösen. Das Verfahren soll nun Schrittweise in den Banken eingesetzt werden.

So teilte der Sparkassen- und Giroverband mit, dass in knapp drei Wochen in jeder Sparkasse und Landesbank ein Spezialterminal aufgestellt werden soll, das die fehlerhaften Chips umprogrammiert. Zu einem späteren, nicht näher präzisierten Zeitpunkt, soll diese Neuprogrammierung auch an den 25 700 Geldautomaten der Sparkassengruppe möglich sein. Nach wie vor Probleme gibt es dagegen beim Einsatz der Karten im Ausland.

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