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05.10.2017

21:08 Uhr

Katalonien-Krise

Banco Sabadell verlegt juristischen Sitz nach Alicante

Wegen der Katalonien-Krise hat die spanische Bank Sabadell ihren juristischen Sitz in die Hafenstadt Alicante verlegt. Weitere Geldhäuser könnten dem Beispiel folgen. Die spanische Regierung will die Umzüge erleichtern.

Die Konzernzentrale des Kreditinstituts befindet sich noch in Katalonien. Reuters, Sascha Rheker

Sabadell in Barcelona

Die Konzernzentrale des Kreditinstituts befindet sich noch in Katalonien.

MadridDie spanische Bank Sabadell zieht Konsequenzen aus der Katalonien-Krise. Das Geldhaus verlagert seinen juristischen Sitz in die spanische Hafenstadt Alicante an der Costa Blanca, wie das Institut am Donnerstagabend mitteilte. Das Direktorium des fünftgrößten spanischen Geldhauses hatte zuvor auf einer Sondersitzung über einen Abzug aus der katalanischen Stadt Sabadell beraten. Die Chefetage der heimischen Konkurrentin Caixabank will nach Informationen eines Insiders am Freitag zusammenkommen, um eine Entscheidung über einen möglichen Umzug zu treffen.

Die spanische Zentralregierung will nach Informationen von Insidern ein Dekret auf den Weg bringen, das Unternehmen einen Abzug aus Katalonien erleichtern soll. Der Erlass sei auf die Caixabank zugeschnitten, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Damit könnte das Geldhaus seinen juristischen Sitz verlagern, ohne eine Aktionärsversammlung einberufen zu müssen. Das Vorhaben wäre ein harter Schlag für die Finanzbranche in Katalonien, das nach Unabhängigkeit strebt. Die Regierung in Madrid und die Caixabank lehnten einen Kommentar ab.

In Spanien versucht derweil das Verfassungsgericht, die geplante Unabhängigkeitserklärung Kataloniens auszubremsen. Die obersten Richter untersagten am Donnerstag das für Montag geplante Zusammentreten des Regionalparlaments in Barcelona.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Carlos Santos

05.10.2017, 15:39 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Arnd Stricker

05.10.2017, 17:49 Uhr

Was zu erwarten war. Selbst wenn die Abstimmung nicht verfasungs- und völkerrechtswidrig gewesen wäre, ist die Wirkung wie beim Brexit. Durch den Verlust der EU-Mitgliedschaft und des spanischen Inlandsmarkts wird der Standort entwertet. Weitere Unternehmen werden folgen. Darunter werden auch viele deutsche Konzernfirmen wie SEAT (VW), BASF etc sein, die eigentlich in Spanien traditionell Katalonien als ihren Sitz- und Produktionsstandort hatten. Barcelona hat durch den Unabhängigkeitswahn in den 80er 90ern schon die Position als erster Finanz- und Wissenschaftsstandort an Madrid verloren. Das wollen sie im Moment wohl toppen.

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