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15.03.2006

08:55 Uhr

Kaufverhandlungen mit Großaktionären

Nasdaq umgeht offenbar das LSE-Management

Nach einem Zeitungsbericht verhandeln Vorstände der Nasdaq direkt mit einigen Großaktionären der London Stock Exchange (LSE) über einen Kauf des britischen Börsenbetreibers. Das könnte das LSE-Management jedoch vor den Kopf stoßen.

HB LONDON. Wie das „Wall Street Journal“ in seiner Mittwochausgabe unter Berufung auf eine mit den Nasdaq-Plänen vertraute Person berichtet, sollen Nasdaq-Chef Bob Greifeld oder andere Vorstände in den kommenden Tagen persönliche Gespräche mit den LSE-Großaktionären führen und damit entsprechenden Anfragen der Anteilseigner nachkommen. Mit welchen Aktionären der Londoner Börse sich die Nasdaq-Vertreter treffen wollen, sei jedoch unklar.

Diese Treffen sollen stattfinden, obwohl die Nasdaq angedeutet hatte, eine Übernahme bevorzugt mit dem LSE-Management zu verhandeln. An einem Treffen mit der LSE-Führung sei die Nasdaq nach wie vor interessiert, sagte die Person den Angaben zufolge weiter.

Am Dienstag hatten mehrere Aktionäre der LSE bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert. Dazu gehört der größte Aktionär Threadneedle Investments. Das Investmenthaus hatte am Montag ihren Anteil an der LSE um 137 691 Aktien auf insgesamt 35,4 Mill. Anteilsscheine oder 13,82 Prozent erhöht. Marktbeobachter werten diesen Schritt als Anzeichen dafür, dass Threadneedle eine höhere Offerte erwartet. Auch die Scottish Widows Investment Partnership – mit 7,3 Prozent an der LSE beteiligt – hatte mitgeteilt, dass es Gespräche mit der Nasdaq über die Offerte erwarte.

Die Nasdaq hatte am Freitag eine Übernahmeofferte für die LSE über 950 Pence je Aktie angekündigt. Nach einem deutlichen Anstieg am Montag legte die Aktie am Dienstag noch einmal 3,6 Prozent auf nun 1 190 Pence zu. Anleger spekulieren offenbar auf eine höhere Übernahmeofferte für die LSE. Nach Angaben des „Wall Street Journal" soll der Nasdaq-Wettbewerber und Betreiber der New York Stock Exchange, NYSE Group Inc, eine Gegenofferte erwägen.

Auch andere Börsenbetreiber buhlen um die LSE. Die britische Wettbewerbsbehörde hat am Mittwoch unter gewissen Bedingungen eine Übernahme der London Stock Exchange durch die Deutsche Börse AG zugelassen. Bereits am Vortag hatte sie eine ähnliche Offerte der Vierländerbörse Euronext im Prinzip gebilligt. Beide Bieter müssten jedoch einige Zusagen hinsichtlich der Clearing-Dienste der LSE machen. Sowohl die Deutsche Börse als auch die Euronext hatten Interesse an der LSE bekundet. Analysten halten es aber für ausgeschlossen, dass einer der beiden Bieter zum Zuge kommt. Euronext und Deutsche Börse verhandeln ihrerseits über einen Zusammenschluss.

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