Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.06.2011

18:34 Uhr

Keine Prüfung im Juni

Fehlerhafte Daten verzögern Banken-Stresstests

Die geplanten Stresstests für die 90 größten europäischen Banken werden wohl nicht wie geplant durchgeführt werden können. Die Europäische Bankenaufsicht zweifelt an den Daten der Institute.

Die Skyline der Bankenmetropole Franfurt am Main. Quelle: dpa

Die Skyline der Bankenmetropole Franfurt am Main.

London

Der Stresstest unter den größten 90 europäischen Banken dürfte sich verzögern. Die Europäische Bankenaufsicht EBA erklärte am Mittwoch in London, sie habe Zweifel an den von einzelnen Banken gelieferten Daten und werde nun neue Zahlen anfordern. Dabei müssten Fehler richtiggestellt werden. Inkonsistenzen und unrealistische Annahmen bedürften ergänzender Angaben. Die Zahlen, mit denen die neue Behörde die Belastungsfähigkeit der Banken in einer Wirtschafts- und Finanzkrise testen will, waren Ende April abgegeben worden und werden derzeit geprüft.

Aufsichtskreisen zufolge wird sich die Veröffentlichung der Ergebnisse damit auf Anfang Juli verzögern. Eigentlich wollte die EBA den Stresstest Mitte bis Ende Juni veröffentlichen - doch zu diesem Zeitpunkt werden nun erst die korrigierten Zahlen von den Banken erwartet.

Die betroffenen Banken hatten zuvor über jede Menge Stress mit dem Stresstest ihrer Aufseher geklagt. Das Regelwerk der groß angelegten Belastungsprobe sei an vielen Stellen unklar und mehrdeutig, was zu einer Flut von Rückfragen an die Banken führe, sagten mehrere mit dem Verfahren vertraute Personen. Banker hatten schon deshalb befürchtet, dass dies sogar den Zeitplan für die Veröffentlichung ins Wanken bringen könnte.

Dass die 13 deutschen Teilnehmer den Stresstest aus Sicht von Bundesbank und BaFin bestanden haben, steht Finanzkreisen zufolge seit Ende April außer Zweifel. Damals hatten die Wackelkandidaten Helaba und NordLB die Stillen Einlagen ihrer Eigentümer unter Protest so an die Regularien angepasst, dass sie im Stresstest als Kernkapital anerkannt werden. Sie hätten sonst durchzufallen gedroht - nun sind sich beide Landesbanken sicher, zu bestehen. 2010 hatte die Hypo Real Estate als einziges deutsches Finanzinstitut den Test nicht bestanden. Der verstaatlichte Immobilienfinanzierer hat aber seine belastenden toxischen Papiere inzwischen in eine "Bad Bank" mit dem Namen FMS Wertmanagement ausgelagert.

Die BaFin wollte sich dazu nicht äußern: Es gebe noch keine vorläufigen Ergebnisse, weil die Daten noch von der EBA geprüft würden. Der Test soll die Stabilität des Bankensystems in Europa unter Beweis stellen und Schwächen einzelner Institute aufzeigen.

Im Sommer 2010 waren zwischen dem Abgabetermin der Bögen und der Veröffentlichung des Stresstests nur zwei Wochen vergangen, diesmal waren dafür zwei Monate vorgesehen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×