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18.07.2012

14:55 Uhr

Keine Transparenz

Vatikanbank im Visier der Geldwäsche-Experten

Die Vatikanbank IOR bemüht sich, internationalen Standards gerecht zu werden. Doch trotz Reformen gibt es in Sachen Geldwäschebekämpfung, Terrorismusfinanzierung und Steuerflucht keine entscheidenden Fortschritte.

Die Vatikanbank IOR kann das Image undurchsichtiger Finanzgeschäfte nicht ablegen. Reuters

Die Vatikanbank IOR kann das Image undurchsichtiger Finanzgeschäfte nicht ablegen.

VatikanstadtDer Vatikan kann trotz einer Reformoffensive den Makel undurchsichtiger Finanzgeschäfte nicht abstreifen. Fachleute des Europarats kommen in einem am Mittwoch vorgelegten Bericht zu dem Ergebnis, dass der Heilige Stuhl den internationalen Standards zur Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Steuerflucht noch längst nicht gerecht wird.

Dazu seien weitere bedeutende Schritte erforderlich, befindet der Expertenausschuss Moneyval. Der Ausschuss vergibt in zentralen Punkten vergibt schlechte Noten an die skandalumwitterte Vatikanbank IOR. Von den insgesamt 16 Schlüsselkriterien für transparente Finanzgeschäfte würden sieben noch nicht erfüllt.

Scharfe Kritik äußert das Europarat-Gremium an der Führung des IOR. Es fordert „dringend" eine unabhängige und fachkundige Aufsicht für das Institut und geeignete Vorgaben für dessen Spitzenmanagement. Zugleich würdigen die Experten allerdings die bisherigen Fortschritte des Vatikans auf diesem Gebiet. Der Kirchenstaat habe „einen langen Weg zurückgelegt in einer kurzen Zeit".

Nach mehreren Skandalen ringt der Vatikan darum, seinen Ruf als dubioses Finanzzentrum loszuwerden. Dazu verabschiedete er im vergangenen Jahr eine Reihe von Gesetzen. Unter anderem wurde eine interne Aufsicht eingeführt, die überprüfen soll, inwieweit das IOR internationalen Finanzvorgaben genügt.

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