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10.02.2004

07:08 Uhr

Keine weiteren Kapitalmaßnehmen geplant

Hypo Real Estate nicht zu bremsen

VonCaspar Busse

Die Immobilienbank Hypo Real Estate Holding (HRE) nähert sich ihren Renditezielen schneller als erwartet. Vorstandschef Georg Funke sagte dem Handelsblatt: „Wir sind mit dem Geschäftsverlauf sehr zufrieden und liegen über Plan.“ Es sei möglich, dass die für 2007 angestrebte Eigenkapitalverzinsung von 8 % bis 9 % schon früher erreicht werde. (Siehe: Nachgefragt) Zuletzt hatte der Wert bei 1,5 % gelegen.

MÜNCHEN/DUBLIN. Die Immobilienbank ist erst im vergangenen Oktober als Abspaltung aus der Hypo-Vereinsbank (HVB) entstanden und seither börsennotiert. HVB-Chef Dieter Rampl hatte die gewerbliche Immobilienfinanzierung, einst das Kerngeschäft des bayerischen Konzerns, in einem Kraftakt innerhalb weniger Monate ausgegliedert und als von der HVB unabhängige Bank an die Börse gebracht. Die alten HVB-Aktionäre erhielten für vier HVB-Papiere eine HRE-Aktie.

Vor dem Börsenstart dominierte die Skepsis. Denn in der neuen Bank war auch das problematische und verlustträchtige Immobiliengeschäft in Deutschland, insbesondere in den neuen Ländern, gebündelt. Viele Experten fürchteten deshalb, die Hypo-Real-Estate-Aktie könnte an der Börse schnell unter Druck kommen. Die Münchener Rück verkaufte aus Furcht davor kurz vor der ersten Notierung ihre gesamte Beteiligung von über 25 % – mit einem Verlust von 330 Mill. Euro.

Doch es kam anders, wohl auch zur Überraschung des HVB-Managements. Der Wert der HRE-Aktie, die nächste Woche voraussichtlich in den M-Dax aufsteigen wird, verdoppelte sich nahezu. Am Montag lag das Papier bei knapp 22 Euro. Die meisten Analysten sind weiter positiv gestimmt. Die Experten der Deutschen Bank etwa loben in einer Studie, wie das Management unter Funke das Unternehmen neu aufgestellt hat. Das Bankhaus Julius Bär erwartet weitere Kurssteigerungen. Morgan Stanley hat zuletzt das Kursziel auf 26 Euro angehoben.

Der deutliche Kursanstieg der HRE-Aktie resultiert nach Ansicht von mehreren Analysten auch daher, dass die neue Bank im Verhältnis zu ihrer Kapitalausstattung sehr günstig gestartet ist. Anfang Oktober lag die Börsenbewertung bei etwa 1,4 Mrd. Euro und ist inzwischen auf gut 2,8 Mrd. Euro gestiegen. Damit liegt der Börsenwert aber immer noch deutlich unter dem ausgewiesenen Eigenkapital von 4,1 Mrd. Euro.

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