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01.08.2014

07:36 Uhr

KfW

Deutschlands Förderbank Nr. 1 verplempert Millionen

ExklusivDie KfW bekommt die Einführung einer neuen Software nicht in den Griff: Die Kosten verdoppeln sich auf 180 Millionen Euro. Das wichtige Reformprojekt gerät zum Fiasko. Und verzögert nötige Änderungen bei der Förderbank.

Die KfW-Gruppe hat Probleme bei der Einführung eines neuen IT-Systems. dpa

Die KfW-Gruppe hat Probleme bei der Einführung eines neuen IT-Systems.

FrankfurtDie staatliche KfW hat massive Probleme bei einem der wichtigsten Großprojekte. Wie das Handelsblatt aus Kreisen des Verwaltungsrates und der Bank erfahren hat, wird die Einführung einer neuen IT-Architektur die Förderbank deutlich mehr Geld kosten als gedacht.

Allein die neue Standard-Software für Finanzbuchhaltung wird nach einer internen Hochrechnung nicht wie ursprünglich geplant 90 Millionen Euro, sondern bis zu 180 Millionen Euro kosten. Die neue Finanzsoftware ist nur eines von insgesamt vier IT-Großprojekten, für die die staatliche Förderbank insgesamt ursprünglich 400 Millionen Euro hatte ausgeben wollen.

Die Modernisierung der IT zeichne sich durch hohe Komplexität und zeitliche Herausforderungen aus, sagte ein KfW-Sprecher. „Zu Projektdetails, Zeitplan und Kostenentwicklung haben wir ein transparentes Berichtsverfahren gegenüber dem Verwaltungsrat aufgesetzt“, ergänzte er. Öffentlich wollte er sich zu Details aber nicht äußern.

Die Wurzel des Problems sind Verzögerungen beim Aufbau einer neuen IT-Architektur, mit der die KfW künftig alle ihre Daten in einem zentralen Datenpool bündeln will. Weil dieser Datenpool noch nicht zuverlässig funktioniert, musste die KfW auch die Einführung ihrer neuem Buchhaltungssoftware um zwei Jahre auf 2017 verschieben.

Durch die Verzögerungen beim IT-Umbau gerät die KfW auch an anderer Stelle in Verzug: Eigentlich sollte sie ab dem kommenden Jahr der Finanzaufsicht Bafin kontinuierlich und automatisiert Meldungen über ihre Eigenmittelausstattung und Liquidität abliefern. Die dazu notwendige Software baut aber auf dem Datenpool auf, der erst später startklar sein wird. Die Förderbank habe sich mit der Bafin darauf geeinigt, die Meldungen ab 2017 auf Knopfdruck abzuliefern, hieß es.

In der Bundesregierung und im Verwaltungsrat in dem zahlreiche Politiker sitzen, sorgen die Probleme für Unruhe. Mitte September wird sich der Präsidialausschuss der Förderbank erneut mit dem Thema befassen. Für Bankchef Ulrich Schröder könnte das eine ungemütliche Sitzung werden.

Kommentare (7)

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Herr Manfred Zimmer

01.08.2014, 09:04 Uhr

Ist doch nicht schlimm! Es hat doch keiner Verantwortung.

Herr Thomas Altenbruch

01.08.2014, 09:23 Uhr

Das stimmt leider nicht ganz. Wenn es um die übergroßzügigen Gehälter geht, dann haben alle große Verantwortung. Bei Verschwendung oder Betrug hat dann immer niemand Verantwortung.

Herr Andreas Maehler

01.08.2014, 09:36 Uhr

das volk will es so!

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