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07.09.2012

10:04 Uhr

KfW stößt Paket ab

Bund verkauft Post-Aktien für eine Milliarde Euro

Die staatliche KfW Bankengruppe startet den Verkauf eines Aktienpakets an der Deutschen Post. Insgesamt sollen fünf Prozent losgeschlagen werden, doch auch danach wird der Bund über die KfW größter Post-Aktionär bleiben.

Ein Bote im Einsatz von DHL, dem Paket- und Frachtzweig der Deutschen Post. dpa

Ein Bote im Einsatz von DHL, dem Paket- und Frachtzweig der Deutschen Post.

DüsseldorfDer Bund schlägt einen Teil seiner Anteile los, die er an der Deutschen Post hält. Die staatliche Förderbank KfW hat einen Anteil von fünf Prozent an der Post für 924 Millionen Euro bei institutionellen Investoren platziert.Der Verkaufsprozess über 60 Millionen Aktien habe begonnen, hatte die KfW Bankengruppe bereits am Donnerstagabend mitgeteilt.

Die Post-Papiere notierten am Freitagvormittag im Minus, erholten sich nach Abschluss der Platzierung aber rasch auf 15,54 Euro. Am Vortag hatten sie bei 15,98 Euro geschlossen. Die KfW habe die Aktien Finanzkreisen zufolge für 15,40 Euro pro Anteilsschein angeboten. Dieser Preis sei von der KfW verlangt worden, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Freitag.

Auch nach dem Verkauf blieben dem Bund noch 25,5 Prozent der derzeitigen Beteiligung in Höhe von bislang 30,5 Prozent erhalten. Unter anderem aus Reihen der FDP – so auch durch Wirtschaftsminister Philipp Rösler – war immer wieder der Wunsch nach einem Verkauf der gesamten Staatsbeteiligung laut geworden.

„Die Aktienmärkte haben sich erholt, die Post-Aktie bewegt sich in der Nähe eines Drei-Jahres-Hochs“, begründete die KfW den Verkauf. „Deshalb haben wir den Zeitpunkt der Platzierung für günstig erachtet.“ Allein in den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie des Brief- und Logistikkonzerns fast 80 Prozent zugelegt. Die KfW hatte schon im Juni nach einer Bank gesucht, die ihre dabei helfen würde, einen Teil ihrer Post-Aktien auf den Markt zu werfen. Investmentbanker hatten alternativ auch einen Verkauf an einen Investor aus Asien ins Gespräch gebracht. Die Staatsbank hält die Anteilsscheine treuhänderisch für den Bund. Buchgewinne und -verluste gehen in die Staatskasse, wie eine KfW-Sprecherin sagte.

Der Idee hatte Post-Finanzchef Larry Rosen noch Anfang August nur wenig Sympathie entgegen gebracht. „Wir fühlen uns in der momentanen Konstellation wohl“, sagte er damals. Schließlich würden der Konzern und sein Großaktionär bisher sehr gut kooperieren. „Der Verkauf der Anteile muss aber auch kein Nachteil für uns sein“, fügte er hinzu.

Meldungen, dass die KfW bereits bei Investmentbanken wegen eines möglichen Verkaufs sondiert hatte, kursierten bereits vor Wochen.

Kommentare (6)

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Rainer_J

06.09.2012, 22:02 Uhr

Und Goldman Sachs und/oder Blackstone haben sie gekauft. Der Steuerzahler hat jetzt mehr "Europapier" und Goldman Sachs echte Werte.

Account gelöscht!

07.09.2012, 08:16 Uhr

"echte Werte"? (lach)

Ein Staatsbetrieb, der sich zwar verbessert hat, bei dem aber immer noch jede Menge Beamtenköppe arbeiten. Für den Steuerzahler eher ein Klotz am Bein.

Leider werden mit dem Verkaufserlös nicht die Schulden DLands verrringert...

Rainer_J

07.09.2012, 09:47 Uhr

Ja, echte Werte. Deshalb haben auch mehr Engländer Aktien der Deutschen Post als Deutsche. Denken sie mal darüber nach, bevor sie ihren Unsinn schreiben.

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