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01.03.2012

13:47 Uhr

Kirch-Prozess

Befangenheitsantrag der Deutschen Bank abgelehnt

ExklusivEmpfindlicher Dämpfer für die Deutsche Bank im Kirch-Prozess: Der Befangenheitsantrag des Finanzinstituts gegen den Vorsitzenden Richter wurde abgelehnt. Somit kann Verlegerin Friede Springer aussagen.

Friede Springer im Oberlandesgericht in München (Bild vom November 2011). dapd

Friede Springer im Oberlandesgericht in München (Bild vom November 2011).

DüsseldorfBereits im vergangenen Herbst sollte Verlegerin Friede Springer vor dem Münchener Oberlandesgericht erzählen, welche Rolle die Deutsche Bank bei der Pleite des Medienkonzerns von Leo Kirch gespielt hat. Die Anwälte der Deutschen Bank stoppten den Prozess jedoch vorläufig mit einem Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Guido Kotschy. Dieser Antrag ist jetzt abgelehnt worden, erfuhr Handelsblatt Online aus Finanzkreisen. Mit einer solchen Entscheidung war in Justizkreisen gerechnet worden. Jetzt muss Friede Springer aussagen, ein neuer Termin steht aber noch nicht fest.

Mit dem Antrag wollte das größte deutsche Geldhaus den Prozess um milliardenschwere Schadenersatzforderungen zu seinen Gunsten drehen. Richter Kotschy hatte in dem Verfahren mehrmals auf Widersprüche der Bank verwiesen. Beim Oberlandesgericht war zunächst niemand zu erreichen. Sprecher der Deutschen Bank und der Kirch-Seite lehnten einen Kommentar ab.

Der zuletzt vorgelegte außergerichtliche Vergleich, bei dem die Kirch-Erben gut 800 Millionen Euro erhalten hätten, ist seit heute Mittag endgültig gescheitert. Der Vorstand des Instituts habe den Vorschlag nach intensiver Prüfung einvernehmlich abgelehnt, teilte das Geldhaus am Donnerstag mit.

Die Kirch-Familie macht die Deutsche Bank für den Zusammenbruch des Medienimperiums verantwortlich. Ex-Bankchef Rolf Breuer hatte in einem Interview vor zehn Jahren Zweifel an der Kreditwürdigkeit Kirchs geweckt. Am 8. April 2002 meldete die Kirch Media Insolvenz an. Wenige Wochen später klagte Kirch gegen Breuer. Der Vorwurf: Verrat von Geschäftsgeheimnissen.

Die Deutsche Bank ersteigerte im Oktober 2002 Kirchs Anteil von 40 Prozent am Medienkonzern Springer für 667 Millionen Euro, davon verkaufte sie 10,4 Prozent an die Mehrheitsaktionärin Friede Springer weiter. Die Aussage von Friede Springer vor dem Gericht könnte also etwas mehr Klarheit in den größten Rechtsstreit der deutschen Unternehmensgeschichte bringen.





Kommentare (1)

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bauernlegen

01.03.2012, 12:21 Uhr

fragen:

1.gab es seitens der deutschen vorababsprachen mit elfriede springer bzw. ihren beratern ,was die übernahme von kirchs springeraktienpakets angeht

2.wer hat elfride sprienger die kirchaktien finanziert

2.hat die deutsche bank vermittelt bzw. finanziert.

3.hat die deutsche bank auch schon vorab fonds in sachen springer aktien aquiriert

4.gab es für die springeraktienpakete,die die deutsche bank zuschlug nachbesserungsvereinbarungen

5.in welchem zusammenhang steht der aufstieg döpfners,schwiegersohn des ex-deutsche bank vorstandes ulrich weiss mit der übernahme der aktien von der deutschen bank

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