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25.10.2011

13:10 Uhr

Kirch-Prozess

Ex-Deutsche-Bank-Chef Breuer erringt Teilerfolg

Heute ging vor dem Oberlandesgericht München der Prozess um milliardenschweren Schadenersatz für den Zusammenbruch des Medienimperiums von Leo Kirch weiter. Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer erlangte einen Teilerfolg.

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Rolf Breuer (Mitte), heute im Verhandlungssaal im Oberlandesgericht in München zwischen seinen Anwälten Peter Lindt (links) und Manfred Wolf bei der Fortsetzung des sogenannten Kirch-Prozesses. dpa

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Rolf Breuer (Mitte), heute im Verhandlungssaal im Oberlandesgericht in München zwischen seinen Anwälten Peter Lindt (links) und Manfred Wolf bei der Fortsetzung des sogenannten Kirch-Prozesses.

MünchenDer frühere Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer hat sich vor Gericht erneut gegen Vorwürfe gewehrt, er oder die Bank hätten die Milliarden-Pleite des Kirch-Konzerns zu verantworten. Gut 100 Tage nach dem Tod von Leo Kirch Mitte Juli ging am Dienstag vor dem Oberlandesgericht München der Prozess um milliardenschweren Schadenersatz für den Zusammenbruch des Medienimperiums weiter. Dabei errangen Breuer und die Deutsche Bank einen Teilerfolg.

 Für den Verdacht, die Fragen in einem Interview mit Breuer Ende Februar 2002 - Wochen vor der Kirch-Pleite - seien abgesprochen gewesen, gebe es keinerlei Hinweise, erklärte das Gericht. Breuer hatte in dem vielbeachteten Interview die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe angezweifelt. Breuer hatte die Äußerungen zuletzt bedauert und das Interview als „Unfall“ bezeichnet. Bereits vor Wochen hatten alle Beteiligten vor dem Oberlandesgericht bekräftigt, dass es keine Absprachen vor dem Interview mit Bloomberg-TV gegeben habe.

 Erneut wurde Breuer zur Vorgeschichte der spektakulären Pleite im Jahr 2002 befragt. Dabei ging es vor allem darum, ob es vor dem Zusammenbruch der weit verzweigten Kirch-Gruppe Absprachen gab. Kirch hatte zeitlebens die Deutsche Bank und Breuer persönlich für die Pleite verantwortlich gemacht. Auch nach seinem Tod gehen die Prozesse vorerst weiter.

 Breuer wies den Verdacht zurück, es habe vor einem hochkarätigen Treffen beim damaligen Kanzler Gerhard Schröder (SPD) am 27. Januar 2002 Absprachen etwa mit dem damaligen Chef der WAZ-Gruppe über den Umgang mit der Kirch-Beteiligung am Springer-Verlag gegeben. Auf dem Treffen selbst sei unter anderem über die schwierige finanzielle Lage Kirchs gesprochen worden. Die Teilnehmer des Treffens hätten natürlich gerne gehört, dass die Deutsche Bank einen Beitrag leisten würde. „Ich habe mich insoweit zugeknöpft verhalten“, sagte Breuer.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Mazi

27.10.2011, 20:28 Uhr

Vielleicht war "Kirch" angeschlagen, aber die Äußerungen haben letztlich wie ein Brandbeschleuniger gewirkt.

Kirch ist verstorben, sein Recht blieb ihm mit und ohne Urteil eines Gerichts zu Lebzeiten verwehrt. Auch ein Sieg Breuers vor Gericht wird ihm nicht um das persönliche Schuldgefühl am frühzeitigen Tod von Kirch mitverantwortlich zu sein.

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