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12.04.2016

15:49 Uhr

Kirch-Prozess

Haftstrafen für Ex-Chefs der Deutschen Bank gefordert

Im Strafprozess gegen fünf ehemalige Top-Banker der Deutschen Bank fordert die Staatsanwaltschaft mehrjährige Haftstrafen. Nur der noch amtierende Co-Chef des Instituts, Jürgen Fitschen, soll glimpflich davonkommen.

Die Staatsanwalt will die Zentral der Deutschen Bank nochmals durchsuchen lassen. dapd

Deutsche Bank soll wieder durchsucht werden

Die Staatsanwalt will die Zentral der Deutschen Bank nochmals durchsuchen lassen.

MünchenIm Prozess wegen versuchten Prozessbetrugs will die Staatsanwaltschaft München die früheren Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann und Rolf Breuer hinter Gitter bringen. Der noch bis Mitte Mai amtierende Co-Chef des Instituts, Jürgen Fitschen, solle zu einer Bewährungsstrafe mit Geldauflage verurteilt werden, forderte Staatsanwalt Stephan Necknig am Dienstag in seinem Plädoyer vor dem Landgericht München.

Breuer solle dreieinhalb Jahre, Ackermann zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Fitschen solle eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten erhalten und zwei Millionen Euro zahlen. Sie hätten versucht, im Schadenersatzprozess des Medienunternehmers Leo Kirch die Justiz zu täuschen und sich damit des versuchten schweren Betrugs schuldig gemacht, sagte der Staatsanwalt.

Zuvor hatte Richter Peter Noll den Angeklagten allerdings Hoffnungen auf Freisprüche gemacht. Mit überraschend deutlichen Worten wies Noll die Vorwürfe der Anklage zurück und kritisierte die Staatsanwaltschaft scharf, als diese einen Antrag zur Beschaffung weiterer Beweismittel gestellt hatte. Die Anklagebehörde hatte überraschend einen Antrag auf eine Untersuchung des Geldinstituts gestellt. Noll sagte aber, in der seit fast einem Jahr laufenden Gerichtsverhandlung hätten sich keine Belege für die Anklage wegen versuchten Prozessbetrugs ergeben. Ein Urteil wolle er am Dienstag allerdings noch nicht sprechen.

Ziel der geforderten Untersuchung war es, von der Bank in Auftrag gegebene Gutachten über den Vergleich zwischen dem ehemaligen Vorstandssprecher Rolf-E. Breuer und dem Institut zu erhalten. Mehrfach habe die Behörde bei der Deutschen Bank versucht, diese Unterlagen zu erhalten oder zumindest eine Zusicherung vom Aufsichtsrat, dass in ihnen keine neuen Tatsachen über den Fall drin stehen, erklärte die Staatsanwaltschaft.

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