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09.06.2011

09:16 Uhr

Kommentar

Der Verkauf griechischer Anleihen ist alternativlos

VonOliver Stock

Deutsche Banken haben griechische Staatsanleihen abgestoßen. In dieser Handlung könnte man ein Zeichen mangelnder Solidarität sehen. Das ist es aber nicht.

Oliver Stock kommentiert den Verkauf griechischer Anleihen. Quelle: Pablo Castagnola

Oliver Stock kommentiert den Verkauf griechischer Anleihen.

Niemand, der anderer Leute Geld verwaltet oder etwa seinen Aktionären Rechenschaft schuldig ist, kann es derzeit verantworten griechische Staatspapiere in größerem Stil in seinem Depot zu haben.

Die Geldhäuser stehen in der Pflicht zum Wohl ihrer Interessengruppen zu handeln. Das sind Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter. Alles, was sie schädigt, müssen sie unterlassen. Deshalb lautet die Devise: Raus aus griechischen Staatsanleihen.

Griechenland wird die Finanzkrise nicht ohne einen Schnitt bei seinen Schulden überleben. Die Hoffnungen, dass sich das Land selbst aus der Krise spart, müssen auch Optimisten nach einem Jahr des Zuschauens und Hoffens begraben. Die Frage ist nur, wann dieser Schnitt kommt und wie hart er ausfällt. Wenn deswegen Versicherer und Banken die Anleihen meiden, spitzen sie die Situation zwar zu. Aber sie verkürzen damit auch die Zeit bis zu dem Tag, an dem die unvermeidliche Umschuldung kommen wird. Das tut weh, aber es ist der richtige Weg.

So gesehen handeln die deutschen Geldhäuser nicht nur im Sinne ihrer Investoren, wenn sie sich aus Griechenland verabschieden, sondern sie tragen auch dazu bei, eine notwendige Entwicklung zu beschleunigen. Europa wird das aushalten müssen.


Kommentare (5)

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MikeM

09.06.2011, 09:49 Uhr

Der Verkauf durch die Banken ist, wie der Autor sagt, absolut notwendig. Aber auch die verantwortlichen deutschen Politiker machen sich der Untreue strafbar, wenn sie sehenden Auges deutsches Steuergeld nach Griechenland überweisen im Bewusstsein, dass dieses Geld nie zurück bezahlt werden kann! Aber Dr.-100.000-DM-Schäuble hat es mit dem Gesetz noch nie so genau genommen.

franky0204

09.06.2011, 09:59 Uhr

es stimmt schon das die Geldhäuser oder Versicherung ihren Alegern verpflichtet sind. Man könnte auch sagen die Ratten verlassen das sinkende Schiff.
Ein Sprichwort der Dakota-Indianer sagt: "Wenn du ein totes Pferd reitest, dann steige ab".

CR41

09.06.2011, 11:11 Uhr

Leider vergessen Sie eines Herr Stock:
Alle genannten Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter sind auch Steuerzahler und sitzen nunmehr doch wieder mit im Boot der Zahler.
Einziger Unterschied: Der abzuschreibende Betrag wird auf mehr Schultern verteilt.
Sie haben eine rein betriebswirtschaftliche Sicht gezeigt und vernachlässigen völlig die volkswirtschaftlichen Auswirkungen.
Das ist der Grund, warum so viele Leute in Deutschland dermaßen wütend sind auf Banken und andere Finanzinstitutionen.

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