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20.10.2011

17:56 Uhr

Kommentar

Die UBS braucht ihr Investmentbanking

VonHolger Alich

Die UBS steht möglicherweise vor harten Einschnitten beim Investmentbanking. Das wäre jedoch ein großer Fehler. Die UBS sollte die Sparte nicht einstampfen. Ein Kommentar von Holger Alich.

Ein Blick auf die Büros der Schweizer Bank UBS in New York. Reuters

Ein Blick auf die Büros der Schweizer Bank UBS in New York.

Mit Blick auf die Debatte um das Investmentbanking der UBS können einigen die Einschnitte gar nicht hart genug ausfallen. Lautstark fordern sie die Bank aufzuspalten. Doch: So falsch es war, dass die UBS eine Aufholjagd in der Sparte startete, um gegen Goldman & Co anzugehen, so falsch wäre es, das Geschäft ganz aufzugeben. Die UBS braucht ihr Investmentbanking. Vielleicht braucht sie es nicht in XXL, aber um eine L-Größe kommt sie nicht herum.

UBS-Interims-CEO Sergio Ermotti rechnet kühl vor: Rund 40 Prozent der Bank-Kunden hätten ein Vermögen von 40 Millionen Franken oder mehr. Diese Kunden kaufen keine Sparbriefprodukte; sie wollen direkten Zugang zum Aktienhandel haben. Auch das Geschäft mit Börsengängen ist kapitalarm und kann im Idealfall eine Ergänzung der Vermögensverwaltung dienen. Denn wenn ein Unternehmer seine Gesellschaft mit Hilfe der UBS an die Börse bringt, vertraut er ihr in der besten aller Welten gleich das Mandat an, sein neues Vermögen für ihn zu verwalten.

Solch eine Refokussierung der Investmentsparte auf die Rolle als Dienstleister des Stammgeschäfts Vermögensverwaltung kann funktionieren. Sie wäre indes auch unabhängig vom Betrugsfall nötig gewesen. Denn Geschäfte zum Beispiel mit Anleihe-Verbriefungen werden im Zuge der verschärften Eigenkapitalregeln weniger rentabel. So ist vor allem wegen der Anleihe-Sparte die Investmentbank der UBS für rund drei Viertel der risikogewichteten Aktiva und damit für die Eigenkapital-Bindung verantwortlich. Der Gewinnbeitrag der Investmentsparte fällt indes viel geringer aus. Es liegt auf der Hand, dass UBS hier umsteuern muss.

Zwischen Refokussierung und dem Einstampfen der Sparte liegt aber ein himmelweiter Unterschied. Am 17. November will Ermotti den Märkten genau erklären, wie er die neuen Grenzen der Investmentbank ziehen will. Er sollte dafür weniger auf populistische, als vielmehr auf wirtschaftliche Ratschläge hören.

 

Kommentare (1)

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15.11.2011, 08:36 Uhr

Ich würde sagen die meisten Menschen gönnen den Banken ja auch ihr Investmentbanking, solange diese einfach die Risiken selber tragen und sie weder auf Staat noch Kunden abwälzen. Da die meisten Banken jedoch ganz offensichtlich (Beweise hierfür gab es in den letzten Jahren ja genug) nicht in der Lage sind dies zu Garantieren sollte sie -- zum Wohle der Menschheit -- einfach auf diese Geschäft verzichten und es kleinen spezialisierten Firmen überlassen bei denen es keine Sau interessiert wenn sie pleite gehen.

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