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25.10.2011

09:47 Uhr

Kommentar

Die UBS hat sich schön gerechnet

VonHolger Alich

Die Zahlen der Schweizer Großbank UBS sehen überraschend gut aus. Doch der Schein ist trügerisch. Die UBS hat einfach ihr Zahlenwerk frisiert. Ein Trick mit kurzer Halbwertzeit. Ein Kommentar.

Eine Fahne weht vor einer Filiale der Schweizer UBS Bank. dapd

Eine Fahne weht vor einer Filiale der Schweizer UBS Bank.

Die UBS hatte die Händler der eigenen Investmentbank nicht im Griff. Das hat die Schweizer Großbank mittlerweile eingeräumt. Geschickter will das Institut nun die Erwartungen der Finanzgemeinde steuern. Anfang Oktober erklärte die Bank, im dritten Quartal einen "moderaten Reingewinn" zu schaffen - und das trotz des Verlustes von umgerechnet 1,8 Milliarden Franken, den ihr der mutmaßliche Betrugshändler Kweku Adoboli UBS zugefügt hat.

Nun liegt das Ergebnis auf dem Tisch: Der Reingewinn liegt bei rund einer Milliarde Franken. "Wenn das moderat sein soll, wie sieht dann erst ein zufriedenstellendes Ergebnis aus?", möchte man fragen. Doch das Manöver scheint durchsichtig.

Die Bank stapelt erst tief, um dann umso strahlender dazustehen. Und bei der ersten Lektüre des Zahlenwerks zeigt sich, dass die UBS auch tatsächlich in die legale Trickkiste gegriffen hat, um die Zahlen aufzupolieren. Ohne Sondereffekte hätte die Bank wohl im dritten Quartal tiefrote Zahlen geschrieben.

Zwei Sondereffekte helfen, das zu verhindern. Der größte Batzen ist die Neubewertung der eigenen Schulden. Das Rating der UBS wurde gesenkt, die ausgegebenen Schulden sinken dadurch im Wert in der Bilanz - das allein bringt der UBS einen rein buchhalterischen Gewinn von 1,8 Milliarden Franken. Sollte die Bank aber wieder in ruhigere Fahrwasser kommen und der Wert der Schulden steigen, verschwindet dieser Gewinn so schnell, wie er wundersam aufgetaucht war.

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