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25.10.2011

10:56 Uhr

Kommentar

Schweres Marschgepäck für Anshu Jain

VonPeter Köhler

Die schlechten Zahlen im Investment-Banking der Deutschen Bank werden für Anshu Jain zum Problem. Der neue Vorstandschef muss in die Offensive gehen, will er nicht mit einer Hypothek das Amt übernehmen. Ein Kommentar.

Der designierte Chef der Deutschen Bank Anshu Jain. Reuters

Der designierte Chef der Deutschen Bank Anshu Jain.

Zunächst  die gute Nachricht:  Die Deutsche Bank ist bisher erstaunlich gut durch die Finanz - und Schuldenkrise gekommen . Sie schreibt trotz der dramatischen Verwerfungen auf den Kapitalmärkten für das dritte Quartal schwarze Zahlen. Der Vorsteuergewinn von rund 900 Millionen Euro fiel besser aus als von den Analysten erwartet worden war. Und sie wird auch weiterhin ohne Staatshilfe auskommen, die Investoren und Anleger vertrauen auf das Geschick von Vorstandschef Josef Ackermann und geben ihm unverändert frisches Geld  für seine Geschäfte.

Selbst die härteren Anforderungen der Aufseher für die Kapitaldecke wird das größte deutsche Geldhaus meistern können. Würde das Management heute die Hände in den Schoß legen, dann könnte der Branchenprimus trotzdem am Jahresende die Hürde von neun Prozent bei der Kernkapitalquote überspringen. 

Die schlechte Nachricht ist die Situation im Investment-Banking. Gerade einmal 70 Millionen Euro steuerten die Händler noch zum Gesamtgewinn bei. Damit wird deutlich, dass selbst die besten Talente an den Kapitalmärkten  in der aktuellen Marktlage keinen Blumentopf gewinnen können. Das Problem dabei ist, dass der Verantwortliche für diesen Bereich Anshu Jain heißt. Er soll im kommenden Jahr zusammen mit Deutschland-Chef Jürgen Fitschen die Nachfolge von Ackermann antreten.

Aber bis zum Mai 2012 wird sich die Lage an den Kapitalmärkten kaum beruhigen, eher wird sich zusätzlich die konjunkturelle Abkühlung in den Handelsbüchern der Bank negativ bemerkbar machen, etwa im Beratungsgeschäft für die Unternehmen. Der Inder wird also voraussichtlich mit dürren Ergebnissen auf dem Chefsessel Platz nehmen.

Kommentare (3)

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25.10.2011, 11:32 Uhr

Man sollte sich vielleicht eher generell fragen ob ein Investmentbanker der richtige Mann für den (oder einen der) Chefsessel der Deutschen Bank ist ... so wie es doch gerade aussieht wird das Investmentbanking in Zunkunft wohl noch stärker an Bedeutung verlieren und unter umständen vielleicht sogar ganz von der Deutschen Bank abgetrennt werden (müssen) ... zukunftsweisende Personalentscheidungen sehen irgendwie anders aus!

Radiputz

25.10.2011, 13:24 Uhr

Ihr Wort in Gottes Ohr. Hier ist natürlich der indische Gott Kubera gemeint, zuständig für Glück und Reichtum.

MW65719

25.10.2011, 17:49 Uhr

Auch Ackermann war Investmentbanker - aber eben einer, der wusste, dass die Sparte "Investmentbanking" ein zu großes Gewicht in der Deutschen Bank hatte.
Auch Anju Jain dürfte das inzwichen gelernt haben und - zusammen mit seinem Co-CEO Fitschen auch weiterhin auf eine gute Balance achten.
Ganz sollte die DB das Investmentbanking nicht aufgeben.
Auch wenn das viele gerade nicht einsehen wollen und von einem Trennbankensystem träumen, so ist es gerade ihre Eigenschaft als Universalbank, die die Deutsche Bank in den letzten Jahren viele Schwierigkeiten hat überstehen lassen. Und auch wenn es gerade nicht so gut läuft, so hat das Investmentbanking in der Vergangenheit auch geholfen, schwierige Zeiten im sogenannten "stabilen" Geschäft zu überwinden.
Daher: Integrierte Universalbank ja - mit einem guten Gleichgewicht zwischen den einzelnen Sparten und einem guten Risikomanagement (insgesamt auch eine der Stärken der DB).

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