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24.10.2011

15:55 Uhr

Kommentar

Wie Josef Ackermann dem Staat entkommt

VonPeter Köhler

Das größte deutsche Geldhaus hat viel Spielraum, um selbst härteste Kapitalanforderungen zu meistern. Um staatliche Finanzspritzen zu vermeiden, gibt es verschiedene Stellschrauben.

Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann: Mit aller Macht gegen die Rekapitalisierung. dpa

Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann: Mit aller Macht gegen die Rekapitalisierung.

Der Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, will sich sein Lebenswerk nicht in den letzen Monaten seiner Amtszeit von der Politik zerstören lassen. Deshalb wird er mit aller Macht versuchen, eine staatliche „Rekapitalisierung“ des größten deutschen Geldhauses zu vermeiden.

„Die Deutsche Bank wird alles tun, dass sie auch dieses Mal kein Staatsgeld braucht“, sagte der Schweizer jüngst in Berlin. Es war eine Kampfansage an die Politik – und eine Selbstverpflichtung, seinen beiden Nachfolgern Anshu Jain und Jürgen Fitschen ein unabhängiges Haus zu übergeben.

Allerdings kommen die Herausforderungen der Aufseher und Politiker zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Offiziell beteuert Ackermann immer wieder, dass die Deutsche Bank finanziell gut ausgestattet sei und keinen zusätzlichen Kapitalbedarf habe. In der Bank ist aber auch zu hören, dass man die Börse anzapfen würde, wenn der Kurs nicht so niedrig und damit der Verwässerungseffekt für die Altaktionäre nicht entsprechend groß wäre.

Seit dem Zwischenhoch von 48,50 Euro im Februar 2011 hat sich der Aktienkurs um rund 45 Prozent verringert. Bei der im Oktober 2010 abgeschlossenen letzten Kapitalerhöhung hatte der Bezugspreis noch auf 33 Euro gelautet – alles nicht unbedingt Argumente dafür, jetzt ein weiteres Mal die Börse anzuzapfen.

Zwar sagt der Vorstand, mit einer Kernkapitalquote von zuletzt 10,2 Prozent sei man gerüstet für das neue Regelwerk der Baseler Finanzaufseher, das in Zukunft unter anderem ein dickeres Kapitalpolster verlangt. Allerdings setzen die Aufseher zur Lösung der Staatsschuldenkrise die Daumenschrauben nun viel schneller an und fordern voraussichtlich eine harte Kernkapitalquote von neun Prozent – aber unter den verschärften Krisenbedingungen des europäischen Stresstests.

Seitdem wird für die Deutsche Bank im Markt eine Kapitallücke kolportiert, wobei die Schätzungen der Analysten vor dem EU-Gipfel weit auseinanderlagen – zuletzt aber deutlich nach unten korrigiert worden waren. Waren in der Spitze der Schätzungen von JP Morgan noch knapp zwölf Milliarden angesetzt worden, machte unmittelbar vor dem Gipfeltreffen nur noch ein Kapitaldefizit von höchstens einer Milliarde Euro die Runde. Zuschreibungen bei Anleihen aus Ländern mit guter Bonität wie der Deutschlands und entschärfte Annahmen für einen Konjunkturabschwung dürften den Kapitalbedarf drücken.

Kommentare (1)

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lowabras

24.10.2011, 16:13 Uhr

Bankeninterne Buecher sind geschuetzt, insofern ist alles was moeglich ist, zu wuerfeln und nichts anderes bleibt dem Aussenstehenden! Das ist Fakt.
Dass die Welt von den Bankstern seit jahrhunderten getaeuscht wird ist doch ueberhaupt keine Frage!
Dass da nicht mals die Spitze des Eisbergs zum Vorschein kommt, muss doch jedem klar sein, der fehlerfrei auf drei zehlen kann!
Das sind Nachrichten, die man eigentlich nur ignorieren sollte, es sind Luftballons, aber mit Knallgas gefuellt!
Konzentrierte Informationen ueber das ganze Szenarion, realtime aktualisiert und ohne Werbung hier: www.steuerembargo.co.de

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