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31.01.2017

14:47 Uhr

Kommentar zur Deutschen Bank

Fast schon ein Lichtblick

VonYasmin Osman

Die Deutsche Bank muss für laxe Geldwäsche-Kontrollen in Russland teuer bezahlen, weitere Strafen anderer Behörden könnten folgen. Dennoch enthält die nun erzielte Einigung einige ungewohnte und ermutigende Signale.

Das Institut muss wegen laxer interner Geldwäsche-Kontrollen rund 590 Millionen Euro an amerikanische und britische Behörden zahlen. AP

Logo der Deutschen Bank am Hauptsitz in Frankfurt

Das Institut muss wegen laxer interner Geldwäsche-Kontrollen rund 590 Millionen Euro an amerikanische und britische Behörden zahlen.

FrankfurtEs ist eine beachtliche Summe, mit der die Deutsche Bank für ihre fahrlässig schlampigen Geldwäsche-Kontrollen büßen muss. Umgerechnet rund 590 Millionen Euro zahlt das Institut an die britische Behörde FCA und die New Yorker Aufsicht DFS.

Die 163 Millionen Pfund, die davon an die FCA gehen, sind sogar der höchste Betrag, der je wegen mangelnder Geldwäsche-Kontrollen verhängt wurde. Da eine Einigung mit weiteren an der Untersuchung beteiligten Behörden wie dem US-Justizministerium noch aussteht, ist das Kapitel außerdem noch nicht endgültig abgeschlossen. So weit, so schlecht.

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Doch es gibt mindestens zwei Gründe, warum die Teil-Einigung im Russland-Skandal für die Deutsche Bank eine gute Nachricht ist: Zum einen blieb die Höhe der Strafe in einem beherrschbaren Rahmen. Die für das Russland-Risiko beiseitegelegten Reserven haben der Bank zufolge weitgehend ausgereicht.

Fast noch wichtiger ist aber ein anderer Aspekt: Sowohl die FCA als auch das DFS lobten bei aller Kritik an der Bank die Kooperationsbereitschaft, die das Institut bei den Untersuchungen an den Tag gelegt hat.

Das sind ungewohnte Töne. Jahrelang hat die Deutsche Bank Aufsichtsbehörden rund um den Globus vor allem wegen ihrer Verweigerungshaltung gegen sich aufgebracht. Noch vor zwei Jahren hatte die britische FCA der Bank bei der Aufarbeitung des Skandals um manipulierte Referenzzinssätze unkooperatives Verhalten und Lügen vorgeworfen. Die Strafe im so genannten Libor-Skandal fiel deshalb nur umso höher aus.

Wenn die FCA die Bank nun bei den Russland-Ermittlungen als „außerordentlich kooperativ“ lobt, ist das eine bemerkenswerte Wende. Fast scheint es, als schlage sich der Kulturwandel, den die Bank schon vor Jahren ausgerufen hat, allmählich in Taten nieder.

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