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27.04.2012

11:07 Uhr

Komplexe Wertpapiere

Deutsche Bank kommt bei Fed-Auktion zum Zug

Die US-Notenbank Fed hat weitere milliardenschwere Wertpapiere aus den Altbeständen des Versicherungsriesen AIG versteigert. Neben Barclays erhielt auch die Deutschen Bank den Zuschlag.

Zu welchem Preis die Deutsche Bank den Zuschlag erhielt, ist nicht bekannt. AFP

Zu welchem Preis die Deutsche Bank den Zuschlag erhielt, ist nicht bekannt.

New YorkNach den Worten des New Yorker Fed-Chefs William Dudley war das Interesse an den hochkomplexen Wertpapier-Konstruktionen (CDOs) sehr groß. Auch zwei rivalisierende Konsortien hatten sich Chancen ausgerechnet: Bank of America, Morgan Stanley und Nomura auf der einen Seite sowie Citigroup, Goldman Sachs und Credit Suisse auf der anderen. Das Ergebnis der Auktion wurde in der Nacht zum Freitag bekanntgegeben.

Die Federal Reserve von New York verkauft seit einiger Zeit CDOs, die ihr bei der 182 Milliarden Dollar schweren Rettung von AIG in der Finanzkrise zugefallen sind. Dabei handelt es sich um verschachtelte Verbriefungen von Hypothekenkrediten, darunter oft auch faule Kredite.

Einst galten CDOs als „Brandbeschleuniger“ der Finanzkrise, auch viele deutsche Landesbanken hatten sich damit verspekuliert. Doch die einst toxischen Papiere gewinnen allmählich wieder an Wert, weil Investoren mit den einzelnen Bestandteilen attraktive Geschäfte machen können.

Die verschiedenen Pakete sind benannt nach der New Yorker Straße Maiden Lane, die hinter der New Yorker Fed an der Wall Street entlangläuft. Das Portfolio Maiden Lane II ging im Februar an Credit Suisse und Goldman Sachs. Nun standen Teile von Maiden Lane III zum Verkauf. Das gesamte Portfolio hatte zuletzt einen Wert von 17,30 Milliarden Dollar, die jetzt versteigerten Teile beliefen sich auf 7,5 Milliarden.

Die Fed sagte nicht, zu welchem Preis Deutsche Bank und Barclays den Zuschlag erhielten. In der Branche wird geschätzt, dass sie zwischen 60 und 70 Cent für den Dollar zahlten. Sie behalten die Papiere aber nicht in ihren eigenen Bilanzen.

Finanzkreisen zufolge haben sie bereits Kunden für eine Weiterplatzierung gefunden. Insider gehen davon aus, dass die Banken die einzelnen CDOs wieder in ihre Einzelteile - also in die zugrundeliegenden Immobilienkredite - zerlegen, da sie dann beim Weiterverkauf einen höheren Wert erzielen können.

Von

rtr

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