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27.04.2012

16:00 Uhr

Konjunkturabkühlung

Chinas Großbanken wachsen langsamer

Chinas Wachstum kühlt sich langsam ab. Das bekommen auch die großen Banken des Landes zu spüren. Von den Rekordergebnisse der letzten Jahre sind die Geldhäuser weit entfernt. Die Margen geraten unter Druck.

Die Bank of China wächst langsamer als in den vergangenen Jahren. AFP

Die Bank of China wächst langsamer als in den vergangenen Jahren.

HongkongDie vier größten Banken Chinas bekommen die Konjunkturabkühlung in der zweitstärksten Volkswirtschaft der Welt zu spüren. Die Industrial and Commercial Bank of China, nach Marktwert die größte Bank der Welt, erzielte nach Angaben vom Freitag zwar ein Gewinnplus von 14 Prozent. Dieses fiel wegen schwächerer Provisionseinnahmen geringer aus als von Analysten angenommen. Dazu trugen auch die steigenden Refinanzierungskosten bei. Nicht so gut wie vom Markt eingepreist, schnitten auch die Agricultural Bank of China, die Bank of China und die China Construction Bank ab. 

„Bei den großen Banken dürften die Margen wegen steigender Finanzierungskosten unter Druck geraten“, sagte Stanley Li, Analyst von Mirae Asset Management in Hong Kong. Viele Sparer suchten für ihr Geld Anlagen mit höheren Renditen. Um den negativen Realzinsen aus dem Weg zu gehen, die der Staat zentral festlegt, setzen zahlreiche Sparer beispielsweise auf Immobilien-Investments. Das reduziert die Möglichkeiten der Banken, Kredite zu vergeben. Denn Chinas Regulierer erlauben es Banken nur, 75 Prozent ihrer Einlagen als Darlehen auszureichen. So können die Geldhäuser ihr Kreditbuch nicht uneingeschränkt wachsen lassen, um die Kreditnachfrage zu bedienen. 

Chinas Wirtschaft wuchs zu Jahresanfang so schwach wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Im ersten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt mit einer Jahresrate von 8,1 Prozent. Das ist deutlich weniger als in den vergangenen Boom-Jahren. Der Internationale Währungsfonds sagt für 2012 ein Wachstum von 8,2 Prozent voraus, nach plus 9,2 Prozent im Vorjahr.

Von

rtr

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