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23.03.2004

07:33 Uhr

Kontakte zum EU-Bankenausschuss gesucht

Kreditinstitute strecken Fühler nach London aus

Die deutsche Kreditwirtschaft freundet sich mit Ausnahme der Privatbanken nur langsam mit den Standorten der Europäischen Finanzmarktaufsicht an: Paris für Wertpapiere, London für Banken und Frankfurt für Versicherungen.

egl BERLIN. Gleichzeitig versuchen die Institute, über ein neues Gremium Kontakte zu den europäischen Bankenaufsehern zu knüpfen.

Noch nicht ganz abgefunden mit der Entscheidung der EU-Finanzminister hat sich der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB). Verbandshauptgeschäftsführer Karl-Heinz Boos erinnert daran, dass der VÖB immer für Frankfurt als Sitz des EU-Bankenausschusses eingetreten sei. Insofern müsse „jede Gelegenheit, die Standortfrage zugunsten Frankfurts zu revidieren, mit beiden Händen ergriffen werden“. Sollte dies nicht gelingen, „so wäre eine Zusammenfassung der drei Ausschüsse in Brüssel denkbar und im Ergebnis eine vernünftigere Entscheidung“. Die Gefahr einer zentralisierten EU-Finanzaufsicht sieht der VÖB nicht.

Beim Deutschen Sparkassen-und Giroverband (DSGV) hat man sich mit der Ansiedlung des Bankenausschusses in London offensichtlich abgefunden. Der Verband sieht mit der Entscheidung zumindest die Notwendigkeit einer dezentralen Finanzmarktaufsicht untermauert. Die Aufsicht müsse sich an den Strukturen der Märkte ausrichten und nicht umgekehrt, argumentiert Holger Berndt, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des DSGV. „Die Märkte in Europa sind nun einmal, insbesondere im Retailgeschäft, sehr dezentral, was wiederum dezentrale Aufsichtsstrukturen erfordert.“ Deshalb unterstützt Berndt die Auffassung von Edgar Meister, der im Bundesbank-Vorstand für Bankenaufsicht zuständig ist und ähnlich argumentiert hatte.

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