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25.01.2010

13:17 Uhr

Kontrollstandards

Aufseher machen Druck bei Banker-Boni

VonYasmin Osman

Der Baseler Bankenausschuss legt einen Leitfaden für nachhaltige Vergütungssysteme bei Kreditinstituten vor. Die Kooperation bei der Kontrolle von Banker-Boni soll für international vergleichbare Standards sorgen. Auch Ausweichsmanöver ins Ausland wollen die Aufseher verhindern.

Protest gegen hohe Zahlungen für die Banker von Goldman Sachs in New York. Der politische Druck gegen hohe Banker-Boni wächst. Reuters

Protest gegen hohe Zahlungen für die Banker von Goldman Sachs in New York. Der politische Druck gegen hohe Banker-Boni wächst.

FRANKFURT. Die internationalen Aufsichtsbehörden wollen bei der Kontrolle von Banker-Boni eng kooperieren. Der Baseler Bankenausschuss, in dem Notenbanken und Aufsichtsbehörden aus 27 Ländern vertreten sind, legte einen Leitfaden für Bankaufseher vor, der für international vergleichbare Standards sorgen soll. Das Papier solle dabei helfen, "nachhaltige Vergütungssysteme bei Banken" zu fördern und weltweit für "gleiche Wettbewerbsbedingungen" zu sorgen, teilte der Ausschuss mit.

Auf grundlegende Standards hatten sich die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer im Stabilitätsrat (FSB) geeinigt, das Baseler Papier dient nun als Richtschnur dafür, wie die Vorgaben einheitlich umgesetzt werden könnten. Das Baseler Papier untermauert, wie sehr sich die Staaten darum bemühen, dass nicht einzelne Länder bei den weltweiten Finanzreformen ausscheren und sich über laxere Vorschriften Wettbewerbsvorteile verschaffen.

Deshalb findet im Frühjahr auch eine internationale Vergleichsstudie statt, die prüfen soll, ob alle seine Mitglieder für nachhaltige Vergütungssysteme bei Banken gesorgt haben. In Deutschland arbeitet derzeit das Finanzministerium an einem Gesetz, das Bonuszahlungen regeln soll.

Bankenbranche reagiert auf politischen Druck

Die Standards fördern nach Worten von Nout Wellink, dem Vorsitzenden des Baseler Ausschusses und Präsidenten der niederländischen Notenbank, "angemessene Vergütungssysteme". Damit würden die richtigen Anreize für ein effektives Risikomanagement geschaffen, und es würde vermieden, dass Banken exzessive Risiken eingingen.

Die Vergütungsregeln sollen vor allem von den großen, für das Finanzsystem wichtigen Finanzinstituten eingehalten werden, heißt es in dem Papier. Ausweichmanöver der Banken ins Ausland wollen die Aufseher verhindern: Vergütungsregeln, die am Heimatstandort einer Bank gelten, müssen auch in ihren Auslandsstandorten gelten, steht in dem Papier.

Die Bankenbranche hat mittlerweile auf den wachsenden politischen Druck, etwas an den teils millionenschweren Bonusausschüttungen für die Mitarbeiter zu ändern, reagiert. So hatte der Aufsichtsratschef der britischen Bank Barclays, Marcus Agius, erst am Donnerstag angekündigt, dass die "Architektur" der nächsten Vergütungsrunde sich sehr stark von allem, was man bisher gesehen habe, unterscheiden werde. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hatte im vierten Quartal entgegen der Erwartungen darauf verzichtet, ihren Bonustopf von bislang 16,2 Milliarden Dollar auf die Rekordsumme von 22 Milliarden Dollar aufzustocken.

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