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08.01.2004

08:19 Uhr

Konzern kommentiert Meldung nicht

Swiss Life findet Käufer für Gotthardbank

Der schweizerische Lebensversicherungskonzern Swiss Life hat nach Angaben aus Branchenkreisen zwei bindende Angebote für seine Tochterbank Banca del Gottardo – von der italienischen Bank Unicredito und einer Private Equity-Gesellschaft. Beide Interessenten wollen die hauptsächlich in der Vermögensverwaltung tätige Gotthardbank für einen Preis nahe bei oder über 1,5 Milliarden sfr übernehmen.

rtr/fw/kk ZÜRICH. Der Schweizer Finanzkonzern CS Group sei nicht mehr im Rennen. Es sei damit zu rechnen, dass der Verkauf der Banca del Gottardo vor Ende Januar bekannt gegeben werden könne.

Ein Sprecher der Swiss Life gab auf Anfrage keinen Kommentar zum Käuferkreis ab. „Wir sind zuversichtlich, in absehbarer Zeit zu einem Abschluss zu kommen“, sagte er aber. Außerdem bestätigte er, dass die Bank mit knapp 1,5 Mrd. sfr in den Büchern stehe. Sein Haus sei zuversichtlich, einen Preis mindestens in dieser Größenordnung zu erzielen. Die Banca del Gottardo habe ein Eigenkapital von fast 900 Mill. sfr und Kapitalanlagen von rund 35 Mrd. sfr. Die vergleichbare Bank von Ernst sei kürzlich auf der Basis „Eigenkapital plus 2,5 % der verwalteten Anlagen“ verkauft worden – nach dieser Formel ergäbe sich sogar ein Kaufpreis von rund 1,8 Mrd. sfr. Das Ergebnis nach Steuern der Banca für 2003 werde voraussichtlich über den angepeilten 80 Mill. sfr liegen.

Vom Unicredito gab es offiziell keinen Kommentar. Allerdings verlautete aus dem Umfeld des Mailänder Instituts, man sei durchaus interessiert. Die Banca del Gottardo sitzt im Tessin und hat zahlreiche italienische Kunden. Zudem ist sie in Norditalien direkt präsent; daneben an illustren Finanzplätzen wie Luxemburg und Monaco. Mit ihrer Zielgruppe, den betuchten Privatkunden, wäre sie eine gute Ergänzung für den Unicredito, der ein starkes Massengeschäft besitzt.

Für Swiss Life ist der Verkauf Teil einer Strategie, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Das Unternehmen erholte sich 2003 von einer Ertragskrise. Sein früherer Name „Rentenanstalt“ soll bis Ende 2005 ganz verschwinden.

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