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25.02.2004

07:00 Uhr

Konzernchef Groenink liebäugelt mit großer Sparkasse

ABN Amro will in Deutschland zukaufen

VonChristian Potthoff (Handelsblatt)

Die holländische Großbank ABN Amro hat bei ihren Plänen für eine Expansion in Europa den deutschen Markt fest im Visier. Auch nach der Übernahme der Privatbanken Delbrück und Bethmann Maffei ist die Bank auf der Suche nach Übernahmekandidaten im gehobenen Privatkundengeschäft (Private Banking). „Wir werden uns auch weiterhin alle Privatbanken oder Private-Banking-Einheiten ansehen, wenn sie auf den Markt kommen“, sagt Konzernchef Rijkman Groenink dem Handelsblatt.

HB AMSTERDAM. Aber nicht nur das: Auch am deutschen Massengeschäft (Retail) ist ABN Amro, die im vergangenen Jahr mit einem Rekordgewinn von 3 Mrd. Euro die Früchte eines tief greifenden Konzernumbaus einfuhr, durchaus interessiert. „Wenn wir in Deutschland willkommen wären, würden wir sicherlich gerne kommen“, betont Groenink.

Allerdings spielt er die Möglichkeit eines schnellen Einstiegs in Deutschland herunter. Der deutsche Markt sei wegen des Dreisäulenmodells schwer zu knacken. Zudem hat er im Zuge der Diskussion über Bankenfusionen den Eindruck gewonnen, dass Politik und Öffentlichkeit hier zu Lande eine Übernahme aus dem Ausland ablehnen. „Ich bin nicht sicher, ob eine Fusion zwischen ABN oder anderen ausländischen Banken mit einem deutschen Institut in Deutschland gut aufgenommen würde.“ Und eine feindliche Übernahme hält er für undenkbar.

Für den Fall, dass sich die Stimmung in Deutschland verändert, hat Groenink schon jetzt klare Vorstellungen darüber, was ihn interessiert. „Wenn eine Sparkasse von der Größenordnung Düsseldorf oder Köln zum Verkauf stünde, kann ich mir vorstellen, dass ich mir das Verkaufsdossier sehr genau anschauen würde.“ Denn diese Institute bieten, was die Holländer im Ausland suchen: nicht die nationale Dominanz, sondern eine starke Marktstellung in einer konkreten Region. Diese Strategie verfolgt die Bank bereits in Brasilien und dem Mittleren Westen der USA. Kein Interesse hat Groenink deshalb an der Commerzbank, „deren Marktanteil für uns zu klein ist“.

Auf die Frage, ob die Hypo-Vereinsbank (HVB) eher in Betracht käme, lobt der ABN-Amro-Chef: „Die HVB hat eine starke Stellung in Bayern und eine gute Position in Zentraleuropa.“ Grundsätzlich müsse ein Übernahmekandidat zum „föderalen Modell“ der Gruppe passen. Die Bank versteht darunter eine dezentrale Organisation, die der Führungsspitze der Auslandstöchter einen relativ hohen Freiraum einräumt, um auf die landesspezifischen Besonderheiten einzugehen.

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