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08.11.2012

06:24 Uhr

Konzernumbau

Commerzbank streicht Dividende für 2012 und 2013

Commerzbank-Aktionäre werden 2012 und 2013 auf ihre Dividende verzichten müssen. Eine Ausschüttung sei unwahrscheinlich, teilte das Institut am Mittwochabend mit. Zudem äußerte es sich über die Kosten des Konzernumbaus.

Bei der Commerzbank könnten nach einem Medienbericht bis zu 6000 Stellen wegfallen. dpa

Bei der Commerzbank könnten nach einem Medienbericht bis zu 6000 Stellen wegfallen.

FrankfurtDie Aktionäre der teilverstaatlichten Commerzbank werden für die Geschäftsjahre 2012 und 2013 wohl keine Dividende erhalten. Die Ausschüttung sei „aus heutiger Sicht unwahrscheinlich“, teilte die Bank am Mittwochabend in Frankfurt mit.

Bis 2016 will das Institut mehr als zwei Milliarden Euro in den Konzernumbau investieren, heißt es weiter in der Mitteilung. Damit soll das Geschäft „an die veränderten Rahmenbedingungen in der Finanzbranche“ angepasst werden. „Insbesondere das Privatkundengeschäft wird strategisch neu ausgerichtet. Hier wird die Commerzbank bis 2016 etwa 1,0 Milliarden Euro investieren.“

Trotz der geplanten Investitionen will das Bankhaus bei den Kosten auf der Bremse bleiben – sie sollen durch Steigerung der Effizienz und eine Optimierung der Kapitalbasis stabil gehalten werden. Mit all diesen Maßnahmen zusammen soll bis 2016 in der Kernbank eine Eigenkapitalrendite nach Steuern (RoE) von mehr als zehn Prozent erreicht und die Aufwandsquote (CIR) auf rund 60 Prozent reduziert werden.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Platz 12

2011 ist das letzte Jahr, für das die WestLB ihre Jahresbilanz bekannt gab. Die Bank, die zum Großteil dem Land Nordrhein-Westfalen, der NRW.Bank und den Sparkassenverbänden des Rheinlands und Westfalen-Lippe gehörte, ist mittlerweile zerschlagen. Die Zertifikategeschäfte übernahm die Helaba.

Bilanzsumme (2011): 167,90 Milliarden Euro

Platz 11

Die Postbank gehört mittlerweile zur Deutschen Bank und betreut mit rund 19.000 Angestellten fast 14 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 192,00 Milliarden Euro

Platz 10

Die Eurohypo AG ist eine Tochter der Commerzbank  - und ein Milliardengrab. Zehn Jahre nach der Gründung wird die Hypothekenbank nun zerschlagen. Die Eurohypo AG ist nach der WestLB die zweite deutsche Bank, die die Krise nicht überlebt hat. Jedoch ist ihre Bilanzsumme noch um einiges größer als die der Landesbank.

Bilanzsumme (2011): 203,00 Milliarden Euro

Platz 9

Auch die NordLB schaffte es nur mit Staatsmitteln, die Bankenkrise zu überstehen. Die EU-Bankenaufsicht verordnete der Bank der Länder Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ihr Eigenkapitalpolster gehörig aufzustocken.

Bilanzsumme (2011): 227,60 Milliarden Euro

Platz 8

Die BayernLB machte in den vergangenen Wochen mit einem Streit mit der EU-Kommission Schlagzeilen. Die in der Krise taumelnde Bank muss dem Land Bayern fünf Milliarden Euro an Krisenhilfen zurückzahlen.

Bilanzsumme (2011): 309,10 Milliarden Euro

Platz 7

Auch die Hypo Real Estate überlebte die Krise nur knapp: Die Immobilienbank wurde verstaatlicht und lagerte ihre Altlasten in eine Bad Bank aus. Bis 2015 muss die Hypo Real Estate jedoch wieder privatisiert werden, entschied die EU.

Bilanzsumme (2011): 236,60 Milliarden Euro

Platz 6

Die LBBW ist mit einer Bilanzsumme von über 370 Milliarden Euro die größte deutsche Landesbank. Das Geldinstitut gehört fast vollständig dem Land Baden-Württemberg, dem Sparkassenverband des Landes und der Stadt Stuttgart.

Bilanzsumme (2011): 373,10 Milliarden Euro

Platz 5

Die deutsche Unicredit Bank AG, besser bekannt unter ihrem Markennamen Hypovereinsbank, ist ein Tochterunternehmen der größten italienischen Bank, Unicredit. Die italienische Großbank hat gerade eine Umstrukturierung angekündigt: Die Tochtergesellschaften und damit auch die Hypovereinsbank sollen mehr Autonomie bekommen.

Bilanzsumme (2011): 395,70 Milliarden Euro

Platz 4

Zur DZ Bank AG gehören neben der Volksbanken Raiffeisenbanken auch die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder die R+V Versicherung. Die DZ Bank AG ist das Zentralinstitut für insgesamt 900 Genossenschaftsbanken mit rund 30 Millionen Kunden.

Bilanzsumme (2011): 405,90 Milliarden Euro

Platz 3

Die Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW) ist die deutsche Förderungsbank unter Aufsicht des Finanzministeriums. Sie gibt Kredite an Existenzgründer und Firmen im Rahmen von Förderprogrammen der Bundesregierung und ist für die Finanzierung von Infrastrukturvorhaben zuständig.

Bilanzsumme(2011): 494,80 Milliarden Euro

Platz 2

Die Commerzbank belegt mit einer Bilanzsumme von über 600 Milliarden Euro Platz zwei unter den größten deutschen Banken. Die Bank ist in 52 Ländern vertreten und betreut nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Privat- und eine Millionen Firmenkunden in der ganzen Welt.

Bilanzsumme(2011): 661,80 Milliarden Euro

Platz 1

Die international erfolgreiche Deutsche Bank nimmt unangefochten den ersten Platz der größten deutschen Banken ein. Ihre Bilanzsumme ist rund 3,5 mal so groß wie die der Commerzbank. Die Bank beschäftigt über 100.000 Mitarbeiter – knapp 50.000 davon in Deutschland.

Bilanzsumme (2011): 2164,10 Milliarden Euro

Der Umbau geht einem Zeitungsbericht zufolge mit größeren Stellenstreichungen als erwartet einher. Den Sparplänen könnten 5.000 bis 6.000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen, berichtete die Wochenzeitung „Die Zeit“ am Mittwoch ohne Angabe von Quellen. „Quer durch die Bank“ sollten bis 2016 Kosten in Milliardenhöhe gesenkt werden.

Die Bank werde bei der Vorstellung ihrer neuen Strategie am Donnerstag zwar keine konkrete Zahl für den Stellenabbau nennen, weil noch Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern anstünden. „Wir erwarten von der Arbeitgeberseite, dass sie Planungen hierüber offenlegen und Transparenz schaffen, da diese Spekulationen zu einer erheblichen Verunsicherung der Beschäftigten führen”, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Beate Mensch. Der Gewerkschaft seien die Commerzbank-Planungen zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt.

„Kenner bestätigen aber Kalkulationen, denen zufolge rund zehn Prozent der Beschäftigten betroffen sein könnten“, hieß es im „Zeit“-Bericht. Die Commerzbank beschäftigte zuletzt rund 56.000 Menschen. Sie wollte sich am Mittwoch nicht zu dem Bericht äußern.

Zuletzt war von einem Stellenabbau vor allem im Geschäft mit Privatkunden die Rede. Dem Bericht zufolge sollen nun aber viele Stellen auch in zentralen Verwaltungsabteilungen wegfallen. Die Commerzbank hat seit der Fusion mit der Dresdner Bank rund 9000 Arbeitsplätze gestrichen. In der ehemaligen Eurohypo, die in den nächsten Jahren abgewickelt werden soll, wird in Finanzkreisen die Streichung von bis zu tausend Stellen erwartet.

Die Commerzbank wird mit einem Anteil von 25 Prozent plus einer Aktie staatlich kontrolliert. Das Institut war in der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise massiv in Bedrängnis geraten und deswegen teilverstaatlicht worden. Der Branchenprimus Deutsche Bank hatte im Sommer den Abbau von 1900 Stellen angekündigt. Diese sollen vorwiegend im Investment-Banking gestrichen werden.

Kommentare (19)

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Account gelöscht!

07.11.2012, 13:55 Uhr

Sehr interessant... die CS Schweiz und die UBS schmeissen bis zu 10.000 Banker raus, jetzt die Commerzbank.
In der USA das selbe Bild!

Mal eine Frage, wenn die Banken einfach so auf dermassen viele Angestelle verzichten können, was haben diese unnützen "Investment-Top-Verdiener" eigentlich für eine Berechtigung gehabt?

Smokie2012

07.11.2012, 14:27 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

07.11.2012, 14:27 Uhr

Besser wäre die 6000 MA weiter zu beschäftigen und statt dessen; Blessing und co raus zu hauen, der Einsparwert wäre der selbe und die soziale Gerechtigkeit noch größer!

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