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14.04.2015

13:41 Uhr

Konzernumbau der Deutschen Bank

Zittern in der Bonner Postbank-Zentrale

VonPeter Köhler, Laura de la Motte

Der bevorstehende Konzernumbau der Deutschen Bank könnte die Tochter Postbank erheblich treffen. Ein Stellenabbau in der Bonner Zentrale ist wahrscheinlich. Vor allem Bewerber sind verunsichert.

In Bonn beschäftigt die Postbank etwa 3000 Mitarbeiter. dpa

In Bonn beschäftigt die Postbank etwa 3000 Mitarbeiter.

FrankfurtDie Deutsche Bank feilt an einem kompletten Umbau des Konzerns mit möglicherweise dramatischen Folgen für die Tochter Postbank. Ein Modell sieht drastische Einschnitte bei der Privatkundenbank der größten Deutschen Bank vor, ein möglicher Wegfall des Bonner Hauptquartiers der Postbank inklusive, sagen Insider. Bei allen Varianten sind Stellenstreichungen wahrscheinlich.

In der Postbank geht daher die Angst um Auf einer Betriebsversammlung habe man jüngst vor allem Bedenken gehegt, es könne zu einem Arbeitsplatzabbau kommen, wenn die Postbank zum Beispiel an die spanische Santander verkauft wird, die schon in Deutschland mit ihrem Ratenkreditspezialisten präsent ist.

Modelle für die Zukunft der Deutschen Bank

Modell 1

Weiter so wie bisher mit allen Produkten für alle Kunden. Vollintegration der Postbank in den Konzern. Wahrscheinlichkeit: sehr gering.

Modell 2

Verkauf oder IPO der Postbank und des BHW-Bauspargeschäfts. Die für den Verschuldungsgrad relevante Bilanzsumme würde im Investmentbanking um 195 Milliarden und im Retailbereich um 140 Milliarden Euro sinken. Wahrscheinlichkeit: mittel bis hoch.

Modelle 3 und 4

Fokus auf Kunden bzw. Länder. Optionen mit vielen Nachteilen. Wahrscheinlichkeit: null.

Modell 5

Abgespalten wird das inländische und europäische Privatkundengeschäft, inklusive der Postbank (400 Milliarden Bilanzsumme). Die neue Deutsche Bank ist dann eine Unternehmerbank mit Investmentbanking, Zahlungsverkehr und Vermögensverwaltung. Die Bilanzsumme sinkt um 50 bis 100 Milliarden auf rund eine Billion Euro. Wahrscheinlichkeit: hoch.

„Die Santander-Zentrale in Mönchengladbach könnte Funktionen übernehmen, wenn es wirklich zu einer Veräußerung kommt“, meinte ein Insider. Andererseits sind sich die Postbank-Manager ihrer Stärken bewusst, die „Dreifach-Herausforderung“ aus Wachstum, Integration in die Deutsche Bank sowie den Abbau der Risiken habe man erfolgreich bewältigt. Ein Käufer – egal wie er heißt – müsste deshalb Zugeständnisse machen, meint man in Bonn.

Am kommenden Freitag wird der Vorstand der Deutschen Bank dem Aufsichtsrat des Konzerns seine Strategieentscheidung und die geplante Umsetzung präsentieren. Favorisiert werden zwei Modelle: entweder die Mehrheit der Postbank an der Börse zu verkaufen oder die komplette Aufspaltung des Konzerns in ein Privatkundeninstitut und eine Investmentbank plus Vermögensverwaltung und Zahlungsverkehr.

Kommentare (1)

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Frau Sabine Schmid

17.04.2015, 20:55 Uhr

Konzern-Umbau im Inland? Da werden mal einige Optionen prominent auf die Berichterstattungsbühne geschoben.
Die Deutsche Bank sollte wohl eher - so lange sie noch die Kraft dazu hat - im Ausland einkaufen, also in Nuancen etwas "un-deutscher" werden.
Die sorgsame Evaluierung einer "Züricher Verlobung" (schweizerisch: Zürcher Verlobung) böte sich an, so man denn die Mittel dazu hat. Warten wir halt einfach in aller Gelassenheit auf den Überraschungscoup.

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