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29.10.2015

11:54 Uhr

Konzernumbau

Verwirrung um Stellenabbau bei Deutscher Bank

VonYasmin Osman

Die Deutsche Bank spart heftig und Co-Chef John Cryan sagt, dass 2016 noch 2017 keine starken Jahre sein werden. Das bekommt die Belegschaft zu spüren. Die einen müssen auf Boni verzichten, die anderen um Jobs bangen.

Harte Sanierungs-Maßnahmen

John Cryan streicht bei der Deutschen Bank Tausende Jobs

Harte Sanierungs-Maßnahmen: John Cryan streicht bei der Deutschen Bank Tausende Jobs

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FrankfurtAm Morgen überschlugen sich die Nachrichtenagenturen mit Eilmeldungen: „Deutsche Bank streicht 15.000 Stellen“, meldete Reuters, „Deutsche Bank streicht zusätzlich rund 9.000 Stellen“, schrieb dpa und Bloomberg titelte „Deutsche Bank to Shrink Workforce by About 26,000 by 2018“. Drei Meldungen, drei Zahlen – und alle sind richtig.

Blickt man darauf, wie viele Mitarbeiter zum Deutschen-Bank-Konzern gehören, dann ist die Zahl 26.000 korrekt. Denn aus aktuell 103.000 Vollzeitstellen sollen bis 2018 etwa 77.000 Stellen werden. Dieser Rückbau setzt sich zusammen, wie folgt: In der Deutschen Bank selbst fallen 9000 Stellen weg. Und durch den Verkauf der Postbank wird sich die Zahl der Konzernmitarbeiter unter dem Strich um weitere 17.000 Beschäftigte verringern. Die Zahl der Postbanker liegt zwar bei etwa 20.000 Mitarbeitern, doch weil bestimmte Dienste nun künftig in der Deutschen Bank erledigt werden müssen, entstehen auch 3.000 Jobs wieder in der Bank.

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Wenn man die Postbank beiseite lässt, dann kann man auch behaupten, die Bank verzichte auf 15.000 Mitarbeiter: Auf diese Zahl kommt man, wenn man zu den 9.000 Stellen in der Deutschen Bank noch die 6.000 externen Beschäftigten hinzuaddiert, auf deren Arbeit die Bank künftig verzichten will. Damit will die Bank auf etwa ein Fünftel ihrer Externen verzichten.

Interessiert man sich alleine dafür, wer auf seiner Visitenkarte „Deutsche Bank“ stehen hatte, dann ist die Zahl der 9.000 Vollzeitstellen korrekt. Etwa 4.000 dieser Jobs fallen in Deutschland weg. Wie sich der Abbau auf die einzelnen Geschäftsbereiche verteilt, ist noch nicht bekannt. Da rund 200 Filialen, vornehmlich in Großstädten, geschlossen werden sollen, dürfte es aber mit Sicherheit auch Filialmitarbeiter treffen.

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Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat sich angesichts des massiven Sparprogramms bereits positioniert. Einem guten Filialnetz komme auch in Zukunft eine Schlüsselrolle zu, betonte Verdi-Chef Frank Bsirske. Für den Erfolg der weiteren Aussichten der Bank halte verdi es für „zwingend erforderlich“, die Beschäftigungsverhältnisse abzusichern. „Wir erwarten, dass für die Dauer des Umbaus betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden“, erklärte Bsirske.

Die ganze Wahrheit zeigt aber keine dieser Zahlen: Da die Bank in Vollzeitstellen rechnet, dürften weit mehr Menschen ihren Job verlieren. Schließlich arbeiten viele Beschäftigte in Teilzeit.

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