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13.05.2012

16:05 Uhr

Koppelung an Gehälter

DZ-Bank-Chef will Manager-Bezüge deckeln

Der Chef der DZ Bank hat sich für die Koppelung von Managerbezügen an die Durchschnittsgehälter ausgesprochen. Im Gespräch mit dem Handelsblatt appellierte er an die Verantwortlichen, Vorgaben von außen zuvor zu kommen.

DZ Bank-Chef Kirsch: „Zu dieser Familie zu gehören, hat viele Vorteile.“ dpa

DZ Bank-Chef Kirsch: „Zu dieser Familie zu gehören, hat viele Vorteile.“

FrankfurtIn die Diskussion über die Höhe der Vorstandsgehälter in Deutschland hat sich jetzt  der Spitzenmanager der genossenschaftlichen DZ Bank mit einem neuen Vorschlag eingeschaltet. „Mir geht nach wie vor durch den Kopf, ob sich ein Multiplikator nicht am ehesten am durchschnittlichen Gehalt eines Unternehmens orientieren sollte“, sagte Wolfgang Kirsch im Interview mit dem Handelsblatt (Montagsausgabe). 

Dabei hat der Vorstandschef eine konkrete Formel vorgeschlagen. „Wenn dann die Vergütung eines Vorstandsvorsitzenden sich in einer Spanne zwischen dem 20- bis 30-fachen eines Durchschnittsgehalts bewegt – je nach dem geschäftlichen Erfolg – dann hätte man zumindest einen Maßstab, einen Ankerpunkt gefunden“, sagte Kirsch.  Er forderte die Verantwortlichen in seiner Branche auf, die Maßstäbe aus sich selbst heraus zu finden, um nicht Vorgaben von außen akzeptieren zu müssen. „Ich hätte die größten Problem damit, planwirtschaftliche Elemente in der ansonsten marktwirtschaftlichen Wirtschaftsstruktur Deutschlands sehen zu müssen.“

Für sein eigenes Institut bezeichnete Kirsch die Kapitalsituation als „zufriedenstellend.“  Für die Zukunft kündigte er mit Blick auf die strengeren Vorgeben der internationalen Aufseher unter dem Stichwort „Basel III“ aber Maßnahmen zur Stärkung der Kapitaldecke an. „Es steht nicht fest. Ich denke aber, dass Eigenkapitalschritte notwendig werden“, sagte der 57-jährige Konzernchef.  Er verwies darauf, dass sich die DZ Bank in der nächsten Hauptversammlung einen Rahmen für eine Kapitalerhöhung über 500 Millionen Euro genehmigen  lassen werde.

In der Vergangenheit hatten sich die Genossenschaftsbanken, denen die DZ Bank gehört, oft in sehr unterschiedlichem Ausmaß an Kapitalerhöhungen beteiligt. Das will Kirsch gerne ändern. Ihm sei es, „ein großes Anliegen“, dass die Beteiligungsquoten an der DZ Bank künftig stärker „einem Gleichklang“ folgten. Im Durchschnitt seien die Ortsbanken mit 1,6 Prozent ihrer Bilanzsumme an dem genossenschaftlichen Zentralinstitut beteiligt, bei allerdings großen Abweichungen nach unten und oben.

Von

yo

Kommentare (2)

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HansBauer

14.05.2012, 09:15 Uhr

Im folgenden mein Antrag der ebenfalls eine Begrenzung vorsieht.


„Der FDP Bezirksverband möge beschließen die steuerliche Anerkennung als Personalaufwand (Fixer und variabler Anteil) auf das viereinhalbfache des Jahresgehaltes unseres Bundespräsidenten zu begrenzen. Diese Begrenzung soll auf keinen Fall die Vertragsfreiheit der Parteien (Arbeitgeber-Arbeitnehmer) einschränken, lediglich die steuerliche Anerkennung wird eingeschränkt. Solche Einschränkungen gibt es im Steuerrecht häufiger (Beispiel: Zinsschranke).“
Begründung:
1. Die Amtsbezüge des Bundespräsidenten betragen derzeit 199.000 Euro pro Jahr. Der Bundespräsident erhält zusätzlich noch eine Aufwandsentschädigung von 78. 000 Euro jährlich, die beispielsweise zur Bezahlung von Hauspersonal gedacht ist.
2. Somit läge die maximale steuerliche Anerkennung als Personalaufwand bei 1.246.500,00 €. Die darüberhinausgehenden Personalkosten könnten steuerlich nicht mehr geltend gemacht werden.
3. Allein in Bayern leben nach Angaben des statischen Landesamtes immer mehr Menschen mit einem Jahreseinkommen von mindestens einer Million Euro. Ihre Zahl lag 2007 bei 3.472.
4. Aus einer Erhebung des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden vom 12.05.2009 zur Einkommensteuer-Statistik geht hervor, dass im Jahr 2004 bei insgesamt 9.688 Millionären mit mindestens einer Million Euro Einkünften, die festzusetzende Einkommensteuer bei 9,4 Milliarden Euro lag.
5. Über 60% erzielten dieses Einkommen aus nicht selbstständiger Arbeit. Das heißt, der Aufwand wurde von den Unternehmen in voller Höhe als Ausgaben angesetzt und minderte damit den Gewinn des Unternehmens und verringert somit die Steuerlast.

6. Die Relationen haben sich verschoben. 1987 verdienten Dax-Vorstände im Vergleich zum Durchschnittsgehalt der Beschäftigten noch das 14-Fache, 2006 war es das 44-Fache. Einschließlich Aktienoptionen beträgt das Verhältnis bei der Telekom 47, bei Siemens 59, bei Volkswagen 61, bei Lufthansa 94. (Quelle „Focus“)

Mazi

14.05.2012, 09:36 Uhr

Respekt für den Vorschlag!

Ob es der Vorschlag ist oder nicht, das Sei dahingestellt. Wichtig ist, dass es ein Vorschlag ist, der nicht einer gewissen Logik entbehrt.

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