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29.01.2014

18:13 Uhr

Korupptionsermittlungen

UBS lässt Berater nicht nach China reisen

VonHolger Alich

Derzeit dürfen die Kundenberater der Schweizer Großbank UBS nicht nach China reisen. Dort sollen Korruptionszahlungen über UBS-Konten gelaufen sein. Jetzt will die Bank ihre Mitarbeiter präventiv schützen.

UBS-Büro in Hongkong: Vorerst werden keine Kundenberater der Schweizer Bank mehr nach China reisen – zu ihrem eigenen Schutz. Reuters

UBS-Büro in Hongkong: Vorerst werden keine Kundenberater der Schweizer Bank mehr nach China reisen – zu ihrem eigenen Schutz.

ZürichDie Schweizer Großbank UBS hat ihren Kundenberater der Einheit Asien/Pazifik bis auf Weiteres untersagt, nach China zu reisen. Grund dafür sind interne Ermittlungen mit Blick auf den Verdacht von Korruption, es in Finanzkreisen, die damit einen Bericht der „Finanz und Wirtschaft“ bestätigen. Ein UBS-Sprecher wollte dazu keine Stellung nehmen.

Vergangene Woche hatte das Recherche-Netzwerk Offshore-Leaks über die Verbindungen chinesischer Politiker zu internationalen Banken berichtet. Vor allem die Beschäftigung der Kinder einflussreiche chinesischer Politiker durch internationale Banken gerät zunehmend in den Verdacht der versuchten Korruption.

So ermittelt die US-Börsenaufsicht SEC mit Blick auf Institute wie JP Morgan, Deutsche Bank oder auch Credit Suisse. Die Aufsicht geht der Frage nach, ob die Institute mit der Einstellung der Kinder von Politikern sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen suchten.

Größte Banken der Welt (nach Bilanzsumme)

Platz 11

Deutsche Bank
Deutschland
1955 Milliarden Euro

Stand: Ende Juni 2015. Quelle: Bloomberg.

Platz 10

Barclays
Großbritannien
1960 Milliarden Euro

Platz 9

Bank of America
USA
1998 Milliarden Euro

Platz 8

BNP Paribas
Frankreich
2078 Milliarden Euro

Platz 7

Mitsubishi UFJ
Japan
2224 Milliarden Euro

Platz 6

JP Morgan Chase
USA
2402 Milliarden Euro

Platz 5

Bank of China
China
2408 Milliarden Euro

Platz 4

HSBC
Großbritannien
2489 Milliarden Euro

Platz 3

Agricultural Bank of China
China
2531Milliarden Euro

Platz 2

China Construction Bank
China
2627 Milliarden Euro

Platz 1

Industrial and Commercial Bank of China (ICBC)
China
3216 Milliarden Euro

So soll Wen Ruchun, die Tochter des ehemaligen chinesischen Premierministers Wen Jiabao, von JP Morgan monatlich 75.000 Dollar bezogen haben, die über die Beratungsfirma Ruchuns abgerechnet wurden. Die Firma betrieb sie unter dem Namen Lily Chang. Das Geld an die Politiker-Tochter soll dabei zum Teil über Konten der UBS geflossen sein.

Aus Finanzkreisen heißt es nun, dass UBS zunächst intern die Vorgänge abklären will und auf Reisen der Berater bis auf weiteres nach China verzichtet, damit die Mitarbeiter keine juristischen Risiken eingehen. Der Reisestopp sei daher eine vorübergehende Sicherheitsmaßnahme. Auswirkungen auf das Geschäft würden kaum drohen, weil in China derzeit die Feierlichkeiten für das chinesische Neujahrsfest laufen.

Laut Presseberichten soll auch Credit Suisse Beziehungen zur Tochter des chinesischen Ex-Premiers gehabt haben. Wen Ruchun habe in den Jahren 1999 bis 2001 in der Pekinger Filiale von Credit Suisse gearbeitet. Die Bank hat dies bisher nicht bestätigt. Eine Antwort der Credit Suisse zur Frage, ob auch die zweitgrößte Schweizer Bank bis auf weiteres ihren Beratern Reisen nach China untersagt, stand bis Redaktionsschluss aus.

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