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07.01.2009

19:46 Uhr

Kostenschraube

Genossenschaftsbanken sehen Sparpotenzial

VonYasmin Osman

Die deutschen Genossenschaftsbanken könnten durch den Abbau von Doppelarbeit bis zu 800 Mio. Euro einsparen. Das geht aus einer internen Untersuchung des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) hervor.

Die Genossenschaftsbanken können noch an der Kostenschraube drehen. Foto: dpa

Die Genossenschaftsbanken können noch an der Kostenschraube drehen. Foto: dpa

FRANKFURT. "Kosten einsparen ist das große Thema im genossenschaftlichen Verbund", heißt es in einer Publikation der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, die auf diese Zahlen Bezug nimmt.

Der Untersuchung zufolge, die im November dem BVR-Verbandsrat vorgestellt wurde, könnte die Fusion der beiden Rechenzentralen GAD und Fiducia zu niedrigeren Kosten von jährlich 100 bis 150 Mio. Euro führen. Der Gewerkschaft zufolge werden Fusionsgespräche der Rechenzentralen spätestens in der ersten Jahreshälfte 2009 empfohlen. Ein früherer Fusions-Versuch war 2006 gescheitert. Der geplante Zusammenschluss der beiden Zentralbanken DZ Bank und WGZ Bank schlägt mit 100 bis 120 Mio. Euro zu Buche. Zudem sieht der Verbund die Möglichkeit Kosten zu sparen in der Auslagerung von administrativen Aufgaben.

Der BVR wollte sich dazu nicht äußern. Doch die Genossenschaftsbanken haben nie verhehlt, dass viele nicht nur das Geschäft ausbauen sondern auch Kosten sparen wollen. Denn der Wettbewerb im Privatkundengeschäft und um Spareinlagen bleibt hart.

BVR-Präsident Uwe Fröhlich sagte dem Handelsblatt, dass er vor allem durch eine "Veränderung des Geschäftsmodells auf der Marktfolgeseite" Sparpotenzial sieht. Damit sind Aufgaben wie Zahlungsverkehr und andere administrative Tätigkeiten im Hintergrund des Filialgeschäfts gemeint. Hier liege der größte Kostenblock, der zu heben sei, sagte Fröhlich.

"Aufgrund unserer Dezentralität auf der Vertriebsseite können wir flexibel agieren, das ist eine Stärke. Aber diese Dezentralität hat auch Nachteile, wenn es um Losgrößen geht, zum Beispiel eine effiziente Bearbeitung von Baufinanzierung", sagte er. Da könnten die Volks- und Raiffeisenbanken über Servicegesellschaften, in die solche Aufgaben ausgelagert werden, Vorteile erzielen. "Wir glauben, dass so mittelfristig Kosten im dreistelligen Millionenbereich eingespart werden könnten." Folgen für die Mitarbeiter sollten "idealerweise in partnerschaftlichem vorgehen zwischen Bank und Mitarbeitervertretung unter weitgehender Vermeidung von sozialen Härten geschehen", sagte Fröhlich.

Indessen wächst unter den Betriebsräten der DZ Bank die Unzufriedenheit über die bisherigen Gesprächen zum Thema Standort- und Arbeitsplatzsicherung im Rahmen der Fusion mit der WGZ-Bank. Nun lässt Verdi eine Tarifkommission wählen, die bis Anfang Februar Gespräche mit dem DZ-Vorstand über einen Tarifvertrag sowie einen Vorschalttarifvertrag aufnehmen, heißt es in einem Verdi-Flugblatt. Tarifparteien schließen bei schwierigen Gesprächen Vorschaltvereinbarungen ab, wenn sie sich in Teilen der Materie einig geworden sind. Im konkreten Fall geht es um den Weg, wie man zu einem Sozialplan kommen will.

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