Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.06.2012

21:07 Uhr

Krach bei der Traditionsbank

Sarasin steuert in eine ungewisse Zukunft

VonHolger Alich

Sarasin hat ab Juli neue Besitzer. Dann hat die brasilianische Safra-Gruppe das Sagen bei der Schweizer Traditionsbank. Die Übernahme ist abgeschlossen, doch jetzt hat Sarasin-Präsident Ammann das Handtuch geworfen.

Die Bank Sarasin wird im Juli von der brasilianischen Safra-Gruppe übernommen. Pressefoto

Die Bank Sarasin wird im Juli von der brasilianischen Safra-Gruppe übernommen.

ZürichMonatelang herrschte Ruhe in Sachen Übernahme der Sarasin-Bank durch die brasilianische Safra-Gruppe. Nun hat es hinter den Kulissen kräftig gekracht. Aus Sorge vor einer Ungleichbehandlung der Minderheitsaktionäre haben Sarasin-Präsident Christoph Ammann und ein weiterer Verwaltungsrat das Handtuch geworfen.

Im vergangenen November wurde bekannt, dass nach einem heftigen Bietergefecht die Sarasin-Mehrheit an die brasilianische Safra-Gruppe gehen soll. Verkäufer ist die niederländische Rabobank. Laut Sarasin soll der Abschluss des Deals nun im Juli statt finden.

Doch ganz so glatt läuft der Verkauf nicht ab. Verwaltungsrats-Präsident Ammann und Board-Mitglied Peter Derendinger haben ihren Rücktritt aus dem obersten Sarasin-Organ angekündigt.

Begründung: Als Vertreter der Minderheitsaktionäre würden sie sich für deren Gleichbehandlung einsetzen. Doch seit der Ankündigung der Übernahme durch die Safra-Gruppe sei ihre „Handlungsfähigkeit (...) zunehmend eingeschränkt“, die unabhängigen Aktionärsvertreter könnten ihre „Aufgaben nicht mehr wahrnehmen“, hieß es in einer Pressemitteilung.

Wo Banker in Europa am meisten verdienen

Gehalt und Leistung

Ein erstes Urteil fällt eine Studie des unabhängigen Equity-Research-Unternehmens Alpha Value schnell: Banker verdienen zu viel. Im Schnitt sind es rund 40 Prozent mehr als andere Industrien. Dies steht im krassen Gegensatz zu der Performance der Geldhäuser – Aktionäre haben seit 2007 mit Bankentitel rund 86 Prozent an Vermögen verloren. Ein kurze Übersicht, wo in Europa wie viel verdient wird.

Platz 13

In Belgien haben Banker 2010 laut einer Studie von AlphaVille 250.700 Euro verdient. Im Vorjahr war es mehr als doppelt so viel. Die Summen beziehen sich auf Durchschnittgehälter von leitenden Managern.

Platz 12

Die Banker in Norwegen haben dagegen 2010 mehr verdient als im Jahr davor, nämlich im Schnitt 538.000 Euro.

Platz 11

Bei unseren Nachbarn in den Niederlanden verdient man als Banker durchschnittlich "nur" 623.000 Euro, ein wenig mehr als 2009.

Platz 10

Die Banker in Dänemark haben es noch so gerade in die Top Ten geschafft: Sie verdienten 2010 im Schnitt 797.000 Euro.

Platz 9

Vielleicht eine kleine Überraschung, die Portugiesen in diesem Ranking so weit oben zu sehen. Aber nur weil das Land kein richtig großes Institut hat, können die Banker ja dennoch ordentlich verdienen: 846.000 Euro waren es durchschnittlich - übrigens deutlich mehr als 2009.

Platz 8

Einen kräftigen Schluck aus der Pulle haben sich die französischen Banker gegönnt: Ihr Durchschnittgehalt stieg auf 865.000 Euro. Im Vorjahr waren es "nur" knapp 600.000 Euro.

Platz 7

Auf Rang sieben überspringt Österreich die "magishe" Millionengrenze: In der Alpenrepublik verdienen Top-Banker im Schnitt 1,25 Millionen Euro.

Platz 6

Auch in Schweden kann man in Geldhäusern gutes Geld verdienen: 1,36 Millionen Euro waren es 2010.

Platz 5

Die Italiener schaffen es in die Top Five. Die leitenden Angestellten von Unicredit, Intesa und Co. verdienen durchschnittlich 1,9 Millionen Euro.

Platz 4

Bis zu unseren deutschen Bankern auf Rang vier ist es ein gewaltiger Sprung: Hierzulande verdienen leitende Manager 3,3 Millionen Euro. 2009 war es mit 3,5 Millionen Euro übrigens ein wenig mehr.

Platz 3

Sozusagen aufs Treppchen haben es die Funktioniere in Spanien geschafft: Hier lag das Gehalt bei 3,7 Millionen Euro.

Platz 2

Noch ein wenig mehr gibt es in der Schweiz, nämlich 4,4 Millionen Euro. Allerdings sind die Lebenshaltungskosten in Zürich oder Genf auch ein gutes Stück höher als in Deutschland.

Platz 1

Mit weitem Abstand gibt es in Großbritannien am meisten zu verdienen: 5,8 Millionen Euro verdienen die Banker in London. Kein Wunder, tun hier doch sehr viele Investmentbanker ihr Werk, die gewohnheitsmäßig auf überdurchschnittliche Vergütungen kommen.

Weder Sarasin, noch Ammann oder Derendiger wollten dazu weitere Erklärungen abgeben. In gut informierten Schweizer Finanzkreisen ist indes zu hören, dass die widerspenstigen Verwaltungsräte frustriert darüber sind, dass die Rabobank 36 Franken pro Sarasin-Aktie bekommen soll. Die Minderheitsaktionäre werden wohl von Safra mit nur 27 Franken abgespeist im Zuge des fälligen Pflichtangebots. In der Schweiz sind solche Ungleichbehandlungen der Aktionäre noch legal - was einmalig in Europa sein dürfte. Allerdings gibt es in Bern bereits Überlegungen, diese Aktionärsfeindliche Regelung zu ändern.

„Die unabhängigen Verwaltungsräte haben versucht, dass alle Aktionäre den gleichen Preis bekommen sollen, sie konnten sich aber nicht durchsetzen“, heißt es aus Schweizer Finanzkreisen. „Die Rabobank als Verkäufer hätte es in der Hand gehabt, das in den Verkaufsvertrag mit hinein zu schreiben, doch die Holländer wollten nur noch schnell raus zu einem möglichst hohen Preis“, hieß es weiter. Eine Sprecherin der Rabobank wollte dazu keinen Kommentar abgeben.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Selecao

20.06.2012, 22:10 Uhr

Man sollte sich einfach einmal die brasilianischen Banken anschauen, dann merkt man sehr schnell dass diese besser kapitalisiert sind wie fast alle Banken in Europa. Täglich 15 neue Euro Millionäre in Brasilien sprechen eine deutliche Sprache und lassen keinen Zweifel wo in Zukunft die Musik im Banking spielt, sicher nicht in Europa und den USA!

Banker

20.06.2012, 22:31 Uhr

Marktkapitalisierung Deutsche Bank AG: 27 MRD
Marktkapitalisierung Itau (Brasilien): 53 MRD

Ich denke das sagt alles.....

Account gelöscht!

29.01.2013, 07:31 Uhr

Then, when you decide to choose a rolex replica a precise time, precise basic skills that can help you is particularly effective in this regard. Chinese famous brand rolex replica uk price from $ 200 to more than 3,000 yuan. Your financial subsidies may limit your options, but with Italian designer rolex replica Air King watches, almost all of the price range can take you to a fabulous piece, you can be proud to wear. In a similar way, time is crucial rolex replica Day Date watches you are looking for the best value.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×