Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.03.2006

14:55 Uhr

Kräftiger Verlust in 2005

BHW leidet zum letztem Mal unter AHBR

Der Baufinanzierer BHW hat im vergangenen Jahr einen riesigen Verlust gemacht. Von den dafür verantwortlichen Altlasten befreit, will die Postbank-Tochter sich schnell wieder fangen.

HB HAMELN. 2005 rutschte BHW tief in die roten Zahlen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Konzern schrieb unterm Strich einen Verlust von 291 Mill. Euro nach plus 67 Mill. Euro im Vorjahr. Die Bilanz wurde vor allem durch die angeschlagene Hypothekenbank AHBR belastet. Wie bereits angedeutet, zahlt BHW für 2005 keine Dividende. BHW-Chef Henning Engmann sagte am Mittwoch in Hameln jedoch, er sei zuversichtlich, dass der Finanzdienstleister schon in wenigen Jahren einen „erheblichen Beitrag“ zum Ergebnis des Postbank-Konzerns liefern werde. Engmann ist zugleich Postbank-Finanzvorstand.

Die Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden (AHBR) war eine frühere BHW-Beteiligung, von der Übernahme durch die Postbank aber ausgeklammert. Stattdessen wurde die Hypothekenbank an den US-Investor Lone Star verkauft. Damit wurde die drohende Pleite der AHBR abgewendet. Diese hatte die Zinsentwicklung nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA völlig falsch eingeschätzt und die Bank damit in eine Existenzkrise gebracht. Die AHBR hatte BHW bereits in der Vergangenheit große Probleme beschert.

Zur genauen Höhe der BHW-Belastungen 2005 durch die AHBR wollte ein Sprecher keine Angaben machen. Neben den AHBR-Belastungen drückte 2005 auch das historisch niedrige Zinsniveau auf die Ertragslage des BHW-Konzerns. Der Zinsüberschuss sank im Vergleich zum Vorjahr um 86 Mill. Euro auf rund 573 Mill. Euro.

Die Vertriebsleistung im Neugeschäft der BHW-Kerngeschäftsfelder Private Baufinanzierung und Privater Vermögensaufbau stieg 2005 um 3,8 Prozent auf 23,8 Mrd. Euro. Für die Zukunft rechnet BHW mit einem weiter anwachsenden Bewusstsein der Bevölkerung, die private Altersvorsorge zu intensivieren. Dies betreffe vor allem die „eigenen vier Wände“ als Vorsorgeinvestition. Dies begünstige das BHW-Kerngeschäft, hieß es.

BHW gehörte früher mehrheitlich der Gewerkschaftsholding BGAG sowie dem Beamtenwirtschaftsbund, war aber Anfang des Jahres von der Deutschen Postbank übernommen worden. Damit baute die Postbank ihr Standbein in der Baufinanzierung kräftig aus. Vorstandschef Wulf von Schimmelmann hatte vor zwei Wochen gesagt, die Postbank wolle nach der BHW-Übernahme Kundenzahl und Gewinn weiter in die Höhe treiben, plane aber auch einen Stellenabbau. Entlassungen sollte dabei aber vermieden werden. Ein BHW-Sprecher sagte am Mittwoch, der Stellenabbau sei noch nicht quantifiziert. Derzeit hat die BHW-Gruppe rund 5 000 Mitarbeiter.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×