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29.12.2011

10:52 Uhr

Kredit-Affäre

BW-Bank flattert Anzeige wegen Untreue ins Haus

Die Kreditvergabe der BW-Bank an Bundespräsident Wulff ist jetzt auch ein Thema für die Staatsanwaltschaft Stuttgart. Eine Anzeige ist eingegangen, die Eröffnung eines Ermittlungsverfahren wird überprüft.

Gegen die BW-Bank ist eine Anzeige eingegangen. dpa

Gegen die BW-Bank ist eine Anzeige eingegangen.

FrankfurtIn der Kredit-Affäre von Bundespräsident Christian Wulff gerät die Stuttgarter BW-Bank ins Visier der Justiz. Gegen die Verantwortlichen des Instituts, das Wulff einen günstigen Anschlusskredit zur Finanzierung seines Hauses gegeben hat, sei eine Anzeige eingegangen, sagte der Stuttgarter Staatsanwalt Stefan Biehl der „Frankfurter Rundschau“. Es gehe „um den Verdacht der Untreue im Zusammenhang mit der Kreditvergabe an den Bundespräsidenten“.

Die Staatsanwaltschaft prüfe nun, „ob sich aus dieser Anzeige ein Ermittlungsverfahren ergeben wird“. Ein BW-Bank-Sprecher erklärte am Donnerstag, das Geldhaus habe noch keine Kenntnis von der Anzeige. Darüber hinaus wollte er sich zu dem Thema zunächst nicht äußern. Auch der Aufsichtsrat der BW-Bank, die eine Tochter der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist, will sich auf seiner nächsten Sitzung am 30. April mit dem Thema befassen.

„Da das Thema medial Wellen geschlagen hat, gehe ich davon aus, dass der Vorstand in der nächsten Sitzung des Aufsichtsrat kurz berichten wird“, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende, Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU). Er betonte jedoch, dass die Kreditvergabe „klare, operative Aufgabe des Vorstandes der BW-Bank ist. Der Vorstand hat solche Kredite zu verantworten“, sagte er. Der Kredit an Wulff war den Angaben zufolge kein Thema für den Kreditausschuss der BW-Bank. Das Gremium musste damals laut Geschäftsordnung nur zustimmen, wenn Kredite an Private und Unternehmen über zehn Millionen Euro vergeben werden sollten und sechs Millionen Euro davon ungedeckt waren. Das Gremium wurde im Zuge der Umstrukturierung der LBBW inzwischen aufgelöst.

Wulff steht seit Mitte Dezember wegen eines Privatkredits der Unternehmergattin Edith Geerkens über 500.000 Euro in der Kritik. Dieses Darlehen hatte der CDU-Politiker in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident durch einen Anschlusskredit der BW-Bank abgelöst. Dafür musste Wulff laut Medienberichten lediglich einen Zinssatz zwischen 0,9 und 2,1 Prozent bezahlen und damit deutlich weniger als normale Kunden.

Von

rtr

Kommentare (15)

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dummy

29.12.2011, 11:17 Uhr

wenn überhaupt,erwischts nen ableilungsleiter,der dann jut versorgt den hut nimmt,sich auf ne aktenlage beruft und sich an nichts erinnern kann.

die initiatoren stehlen sich einmal mehr aus der verantwortung

Freygeist

29.12.2011, 11:30 Uhr

Ach, man beschäftigt sich doch schon am 30. April 2012 mit der Causa Wulff. Vier Moante sind sicherlich eine angemessene Zeit um sich umfassend vorbereiten zu können.
Vier Monate sind auch eine lange Zeit, um das Thema zu vergessen.

Na ja, auch der Kreditvertrag mit Wulff trägt doch eine Unterschrift der Bank. Und schon hat man eine Person, die man zur Rechenschaft ziehen könnte, wenn man es denn will.
Braucht mir doch keiner erzählen, daß von diesem Kredit nur eine Handvoll Personen gewußt hat. Es wird sicher Leute geben, denen ihr damaliges Verhalten heute peinlich ist und die Angst vor den Konsequenzen haben. Und angst beeinflußt die Ermittlungsarbeit, zumal wenn sie nur intern durchgeführt wird.

fetter

29.12.2011, 12:00 Uhr

zwei unterschriften

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